St. Pölten spielt Europacup

7. Mai 2014, 23:26
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1:0 nach Verlängerung gegen Sturm Graz bringt neben Final-Einzug gegen Salzburg auch Qualifikation für die Europa League

St. Pölten - Der SKN St. Pölten ist ins Finale des ÖFB-Cups eingezogen und hat sich damit vorzeitig ein Europacup-Ticket gesichert. Die Niederösterreicher schalteten am Mittwoch im Halbfinale den Bundesligisten Sturm Graz mit 1:0 nach Verlängerung aus und bekommen es am 18. Mai im Finale in Klagenfurt mit Red Bull Salzburg (7:0 in Horn) zu tun. Für die Entscheidung sorgte Gary Noel in Minute 97.

Die Erfolgsserie von St. Pöltens Trainer Gerald Baumgartner geht damit weiter, er blieb auch in seiner 14. Cuppartie als Chefcoach siegreich. 2013 hatte Baumgartner mit dem Regionalligisten Pasching den Titel geholt.

Die im eigenen Stadion zwölf Partien unbesiegten Niederösterreicher schalteten nach Ried den zweiten Bundesligisten in Serie aus und dürfen sich schon jetzt über den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte freuen. Die Steirer verabsäumten es, eine schwache Saison noch zu retten.

Flotter Beginn

Die NV-Arena war mit 8.000 Zuschauern zum ersten Mal ausverkauft. Und der Start verlief für den Großteil der Fans gleich verheißungsvoll. Mirnel Sadovic prüfte Sturm-Goalie Benedikt Pliquett schon nach vier Sekunden mit einem Heber. Von einem Qualitätsunterschied zwischen dem Erste-Liga-Vierten und Bundesliga-Fünften war kaum etwas zu sehen, beide Mannschaften spielten nach vorne, allerdings jeweils mit der nötigen Absicherung.

Die Grazer hatten in der ersten halben Stunde etwas mehr Spielanteile, wurden aber nur durch einen Schloffer-Weitschuss, der drüber ging, gefährlich (15.). Danach übernahmen aber die ballsicheren Hausherren das Kommando und hätten auch in Führung gehen müssen. Sadovic kam aus 14 Metern völlig frei zum Abschluss, Pliquett erriet aber die Ecke (31.). Fünf Minuten später verdribbelte sich der deutsche Schlussmann, hatte allerdings Glück, dass Dominik Hofbauer aus rund 30 Metern das leere Tor nicht traf (36.).

Nach Seitenwechsel entwickelte sich eine offene Partie, dem vorerst die großen Höhepunkte fehlten. Die Grazer hatten eine rund zehnminütige wirklich starke Phase, in der allerdings mehrmals der letzte Pass oder die nötige Effizienz im Abschluss fehlten. Die etwas müder wirkenden Gastgeber überstanden diese Drangperiode der Gäste aber.

St.-Pölten-Goalie Patrick Kostner musste in Minute 77 erstmals all sein Können aufbieten, war bei einem Djuricin-Abschluss mit einer Fußabwehr zur Stelle. Die vorerst letzte Chance hatten die Gastgeber bei einem Weitschuss des rechtzeitig fit gewordenen Andreas Dober in Minute 87.

Pliquett patzt

In der Verlängerung avancierte der kurz davor eingewechselte Noel zum Matchwinner. Pliquett konnte einen Dober-Freistoß nicht festhalten, der 24-jährige Engländer staubte aus kurzer Distanz ab. Da Noel zwei weitere Möglichkeiten (100., 101.) ungenützt ließ, blieb es spannend. Da Daniel Beichler mit einem Volleyschuss aus fünf Metern die große Ausgleichschance vergab, blieb es bei der Überraschung. (APA/red, 7.5.2014)

ÖFB-Cup, Halbfinale, Mittwoch

SKN St. Pölten - SK Sturm Graz 1:0 (0:0) n.V.
NV-Arena, 8.000 Zuschauer (ausverkauft), SR Grobelnik

Tor: 1:0 (97.) Noel

St. Pölten: Kostner - Dober, Grasegger, Wisio, Holzmann - Brandl, Jano - Hofbauer, Kerschbaumer, Sadovic (71. Kragl) - Bozkurt (64. Fucik/90.+4 Noel)

Sturm Graz: Pliquett - Todorovski, Madl, Vujadinovic, Klem - Schloffer (78. P. Wolf) , Hadzic (100. M. Weber), Offenbacher, F. Kainz - Beric (75. Beichler), Djuricin

Gelbe Karten: Dober, Kragl, Noel, Kostner bzw. Offenbacher, F. Kainz, Hadzic, Beric, Madl, Klem, Todorovski

Finale am 18. Mai in Klagenfurt: Salzburg - St. Pölten

Stimmen zum Spiel:

Gerald Baumgartner (St.-Pölten-Trainer): "Ich bin stolz auf die Mannschaft und das Publikum, das uns frenetisch angefeuert hat. Wir haben alles besser gemacht als Sturm Graz, sie hatten nur die individuelle Klasse entgegenzusetzen. Die Jungs haben alles rausgehaut, was sie drinnen gehabt haben. Die Mannschaft hat ihre Sache super gemacht, die Taktik gut umgesetzt, ist brutal viel gelaufen und hat, glaube ich, auch verdient gewonnen. Zwei Finale in zwei Jahren - das ist supergeil."

Andreas Dober (St-Pölten-Außenverteidiger): "Wir haben eine sehr gute Leistung geboten, waren auch extrem motiviert. Wir haben schon gegen Ried gezeigt, dass wir eine gute Mannschaft sind. Ich habe schon öfter gesagt, dass das Niveau in der zweiten Liga nicht so schlecht ist, das haben wir eindrucksvoll bewiesen."

Darko Milanic (Sturm-Graz-Trainer): "Im Prinzip war es ein sehr gutes Spiel. Wir haben uns sehr schwer getan gegen eine sehr aggressive und spielerisch gute Mannschaft, haben aber unsere Chancen gehabt. Beim Gegentor war der Ball bei so einem starken Schuss und nassen Boden schwer zu halten, da sind auch die Abwehrspieler gefordert, die müssen als erste zum Ball kommen. Insgesamt sind wir nicht weit weg von dem, wo wir sein wollten."

  • Gary Noel sorgte mit seinem Goal nach Patzer von Sturm-Goalie Pliquett für den größten Erfolg in St. Pöltens Vereinsgeschichte.
    foto: apa/punz

    Gary Noel sorgte mit seinem Goal nach Patzer von Sturm-Goalie Pliquett für den größten Erfolg in St. Pöltens Vereinsgeschichte.

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