7:0 in Horn - Bullen traben ins Finale

7. Mai 2014, 21:05
110 Postings

Unaufgeregter Kantersieg Salzburgs gegen einen Zweitligisten, dem in der zweiten Halbzeit die Luft ausgeht

Horn - Meister Salzburg ist weiter auf Kurs Richtung Double. Die Elf des mit Saisonende scheidenden Roger Schmidt feierte im Halbfinale des ÖFB-Cups bei Zweitligist SV Horn einen standesgemäßen Favoritensieg. 7:0 (2:0) setzten sich die Salzburger am Mittwoch im Waldviertel durch.

Ein Eigentor von Nico Antonitsch (29.) brachte Salzburg in der mit 5.500 Zuschauern ausverkauften Horner Stadion in Führung. Sadio Mane (31.) erhöhte kurz darauf auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel zeigten die unbarmherzig nach vorne spielenden Gäste durch Treffer von Kevin Kampl (52.), zweimal Mane (65., 79.), Alan (75.) und Robert Zulj (83.) den Klassenunterschied deutlich auf.

Im Duell David gegen Goliath präsentierte sich Salzburg von Beginn weg erpicht, ein Zeichen zu setzen. Die Offensive um Kapitän Jonatan Soriano beschäftigte Horns Abwehr sogleich mehr als der lieb war. Die Waldviertler suchten ihr Heil in schnellen Gegenstößen, machten das auch durchaus passabel und kamen gegen etwas nachlässige Bullen auch zu Chancen.

Auch nach der etwas glücklichen Salzburger Führung - einen Querpass von Kampl fälschte Antonitsch ins eigene Gehäuse ab - fand Markus Lackner eine gute Möglichkeit vor, scheiterte aber Salzburg-Keeper Peter Gulasci. Dies sollte sich rächen: Alan setzte Mane gekonnt in Szene und der Senegalese erhöhte nach einer halben Stunde auf 2:0 für die Gäste.

Nach der Pause machte Kampl nach wunderbarer Vorarbeit von Florian Klein mit dem 3:0 alles klar, der Slowene traf kurz danach auch die Stange. Die noch um den Klassenverbleib in der Ersten Liga kämpfende Elf von Trainer Willi Schuldes fiel danach deutlich ab und schien mit Blick auf das wichtige Meisterschafts-Match gegen Parndorf auch Kräfte zu schonen. Die Intensität der Laufarbeit wurde nicht gehalten, Salzburg bekam Räume und verfiel in Spiellaune.

20:1

Der groß aufspielende Mane - seinen dritten Treffer erzielte er mit einem sehenswerten Schlenzer - und Alan erhöhten ihren Cup-Score auf nun jeweils fünf Tore im laufenden Bewerb. Der eingewechselte Zulj traf schließlich zum Endstand. Salzburg hat in den letzten drei Cup-Runden seinen Ruf als Torfabrik damit eindrucksvoll untermauert. Vom Achtelfinale gegen den Kapfenberger SV (7:1) an über das Viertelfinale gegen den WAC (6:0) bis nun gegen Horn gelangen drei Siege mit einem Torverhältnis von 20:1. (APA/red - 7.5. 2014)

Fußball-ÖFB-Cup, Halbfinale:

SV Horn - Red Bull Salzburg 0:7 (0:2). Horn, Waldviertler Volksbank Arena, 5.500 Zuschauer (ausverkauft), SR Kollegger

Tore: 0:1 (29.) Antonitsch (Eigentor), 0:2 (31.) Mane, 0:3 (52.) Kampl, 0:4 (65.) Mane, 0:5 (75.) Alan, 0:6 (79.) Mane, 0:7 (83.) Zulj

Horn: Petermann - Salvatore, Djordjevic, Antonitsch, Erbek - Sittsam (53. Toth), Candela, Lackner, Abraham - Sahanek (69. Gschweidl), Casanova (53. Dilic)

Salzburg: Gulacsi - Klein, Ramalho (49. Hierländer), Hinteregger, Ulmer (46. Schwegler) - Kampl, Ilsanker, Leitgeb, Mane - Alan, Soriano (66. R. Zulj)

Gelbe Karten: Lackner bzw. Schwegler

Stimmen:

Willi Schuldes (Trainer Horn): "In der ersten Spielhälfte haben wir viel in das Spiel investiert. Natürlich war Salzburg feldüberlegen, wir hätten aus Kontern aber in Führung gehen können. Das braucht man in so einem Spiel natürlich. Nach den zwei Gegentoren hatten wir auch das Spiel gegen Parndorf im Kopf. Wenn man gegen so eine Mannschaft aber nicht mehr mit 100 Prozent dagegenhält, dann wird es schwer."

Philipp Petermann (Torhüter Horn): "Das 0:3 war der Knackpunkt, da haben wir gesehen, dass wir keine Chance haben. Es ist schwierig gegen so eine Mannschaft, die nicht aufhört, Fußball zu spielen."

Roger Schmidt (Trainer Salzburg): "In der ersten Spielhälfte haben wir sehr viele Fehler gemacht. Wir waren zu nachlässig, das 2:0 zur Pause war etwas schmeichelhaft. In der zweiten Spielhälfte haben wir dann guten Fußball gezeigt und verdient gewonnen. Die Tore waren super herausgespielt, wir hatten gute Situationen, in denen wir noch das eine oder andere Tor mehr schießen hätten können."

Kevin Kampl (Torschütze Salzburg): "Ich glaube es hat einfacher ausgeschaut, als es war. Wir haben in der ersten Hälfte gar nicht gut gespielt, sind nicht richtig ins Spiel gekommen, haben den Hornern zu viele Konter erlaubt und sind nur glücklich in Führung gegangen."

  • Die Lawine kam unglücklich ins Rutschen: Nico Antonitsch fälscht eine Hereingabe von Kampl zur Salzburger Führung ins eigene Goal ab.
    foto: apa/pfarrhofer

    Die Lawine kam unglücklich ins Rutschen: Nico Antonitsch fälscht eine Hereingabe von Kampl zur Salzburger Führung ins eigene Goal ab.

Share if you care.