Mythos Kreditklemme, Problem EPU

7. Mai 2014, 18:07
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Die Kreditklemme für heimische Unternehmen sei ein Mythos, sagt ein Vorstand der Erste Bank, es scheitere an der Nachfrage. Ein-Personen-Unternehmen hätten es aber schwer

Wien - Vehement weisen Erste Bank und Sparkassen die Warnungen vor einer Kreditklemme zurück. "Eine Kreditklemme gibt es nicht, das ist kompletter Unfug", betonte Erste-Vorstandsdirektor Peter Bosek am Mittwoch vor Journalisten. Zuletzt hat etwa die Förderbank AWS gewarnt, dass vielen Unternehmen Zugang zu Krediten verwehrt werden.

Firmen würden hingegen kaum Kredite nachfragen, sagt Bosek. Denn in der Krise sei schlicht die Notwendigkeit für Unternehmen weggefallen, sich mit Investitionen auf höhere Wachstumsaussichten vorzubereiten. Das geht aus einer Untersuchung von Macroconsult für die Erste Bank hervor. Waren vor der Krise noch mehr als ein Prozent Kreditwachstum nötig, damit die Wirtschaftsleistung um ein Prozent wächst, sind es aktuell nur 0,3 Prozent. Ein nachhaltiger Wirtschaftsaufschwung soll das allerdings ändern. In den nächsten zwei Jahren rechnet Bosek mit einem Wachstum von 2,6 bis 3,6 Prozent bei Unternehmenskrediten.

Allerdings sieht Bosek im Bereich der Ein-Personen-Unternehmen (EPU) Probleme im Kreditgeschäft. "Noch keine Bank hat für dieses Kundensegment ein vernünftiges Modell gefunden", sagt Bosek. In diesem Bereich laufe es sicher nicht perfekt, das Problem könnte zudem noch größer werden, weil Bosek die zunehmende Zahl von EPUs als "nachhaltigen Trend" sieht. Die Banken hätten aber vor allem mit Besicherungen ein Problem. Im Kommerzgeschäft werden rund 50 bis 60 Prozent der Kreditsumme besichert, bei EPU gibt es allerdings kaum Sicherheiten wie etwa Grundstücke oder Immobilien. (sulu, DER STANDARD, 8.5.2014)

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