Hypo Niederösterreich hält Justiz auf Trab

7. Mai 2014, 22:05
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Landeshauptmann ärgert sich, Justiz ermittelt weiterhin

Wien - Niederösterreichs Landeschef Erwin Pröll hat jüngst seinem Unmut über die - bereits aufgehobene - Verwaltungsstrafe von 58 Millionen Euro für die Hypo Niederösterreich Luft gemacht. Sein bei einer gut besuchten Abendveranstaltung des Casino Baden explodierender Zorn traf Notenbankdirektor Kurt Pribil, der als FMA-Chef über die Strafe mitentschieden hatte.

Bei der Justiz ist die Sache rund um die irische Zweckgesellschaft Augustus (kaufte mit einem 800 Mio. Euro schweren Hypo-Kredit risikoreiche Wertpapiere des Landes und der Bank) allerdings noch anhängig. Ermittelt wird seit Jahren. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft WKStA hegt den Verdacht, dass die Banker bei der Kreditvergabe, etwa durch Mängel bei der Pfandbestellung, gegen das Aktiengesetz verstoßen haben. Die bestreiten das, es gilt die Unschuldsvermutung.

Ermittlungen wegen Untreue

Zudem laufen, wegen Wertpapierverkäufen zum Jahreultimo 2008, Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue und Bilanzfälschung. Und auch die landeseigene Vermögensverwalterin Fibeg steht im Visier der Justiz - bei ihr geht es um die Veranlagung der Erlöse aus den Wohnbaudarlehen. Diese Causa wird laut WKStA allerdings bald abgeschlossen.

Bei den anderen Fällen rund um die Hypo NÖ wird das noch dauern: Die Staatsanwälte warten auf Antwort auf Rechtshilfeersuchen und sind nach wie vor mit dem Sichten der bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmten Bankdaten beschäftigt. (gra, DER STANDARD, 8.5.2014)

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