Sisi: Beziehungen zu Israel hängen an Palästinenserstaat

7. Mai 2014, 17:32
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Ägyptens Ex-Armeechef gab mehrstündiges Fernsehinterview

Kairo - Der frühere ägyptische Armeechef Abdel Fattah al-Sisi würde im Fall seiner Wahl zum Präsidenten Israel zu Zugeständnissen an die Palästinenser drängen. Auf die Frage eines seiner zwei Interviewer, ob er den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu nach einer erfolgreichen Wahl treffen werde, sagte Sisi am Dienstag, zuerst müsse es seitens der Israelis Zugeständnisse an die Palästinenser geben. Wenn sich ein Palästinenserstaat mit Hauptstadt in Ostjerusalem verwirkliche, würde er auch selbst Israel besuchen.

Sisi gab sein erstes mehrstündiges Fernsehinterview, das in zwei Teilen am Montag und am Dienstag ausgestrahlt wurde, den privaten Satellitenkanälen CBC und ONTV. Der ehemalige Militärchef und Verteidigungsminister gilt als klarer Favorit bei der Präsidentschaftswahl Ende Mai, es gibt nur einen - chancenlosen - Gegenkandidaten.

Lob für Saudi-Arabien

Sisi lobte König Abdullah und Saudi-Arabien, wohin er nach seiner Wahl zuerst fahren werde, und kritisierte den Golfstaat Katar für seine Unterstützung der Muslimbrüder. Im am Montag ausgestrahlten ersten Teil des Interviews hatte er die Frage bejaht, ob die Ägypter und Ägypterinnen für ihn stimmen sollten, weil er die Muslimbruderschaft auslöschen werde. Alle Ägypter würden die Versöhnung mit den Muslimbrüdern ablehnen, sagte er. Sisi drückte seine Bewunderung für Nasser aus, mit dem er von seinen Fans verglichen wird: Ich wünschte, ich wäre wie Nasser. (red/DER STANDARD, 8.5.2014)

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