Onlinebanking hacken, um dem Bundesheer aufzufallen

7. Mai 2014, 18:12
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Am Dienstag begann die Cyber Security Challenge in Wien, durch sie möchten Ministerien und Privatwirtschaft auf junge IT-Talente aufmerksam werden

Durch SSL geschützte Daten entschlüsseln, in ein Onlinebanking-System einbrechen und ein Alien-Schiff hacken: Diese drei Aufgaben müssen junge IT-Talente bestehen, um den ersten Teil der Cyber Security Challenge 2014 erfolgreich zu absolvieren. Punkte können gesammelt werden, indem einerseits die Angriffsstrategie detailliert beschrieben, aber auch eine Lösungsvariante angeboten wird.

Nationales Finale und Ländermatch

Zugänglich sind die Aufgaben für jeden Interessierten im virtuellen HackingLab. Gedacht sind sie freilich für Schüler und Studenten, die zehn besten Teilnehmer aus den zwei Kategorien können nach der ersten Runde Farbe bekennen und in Hagenberg in einem nationalen Finale gegeneinander antreten. Später geht es dann mit der "Nationalmannschaft" gegen deutsche und Schweizer Teams.

Innenministerium und Militär

Das mag zwar Spaß machen, tatsächlich hat die Veranstaltung allerdings einen durchaus ernsten Hintergrund, wie Joe Pichlmayr von Cyber Security Austria erklärt: „Es geht darum, die besten Informatik-Talente zu entdecken und dann zu fördern." Denn Sicherheit wird im IT-Bereich immer wichtiger, was auch das Bundesheer und das Innenministerium wissen. Beide unterstützen die Veranstaltung, Verteidigungsminister Klug eröffnete die Challenge am Dienstag sogar.

Hacken im Grundwehrdienst

Er will Talente für die Milcert, die militärische Cyber-Divison des Bundesheers, gewinnen. "Um Sicherheit im Netz zu erreichen, brauchen wir talentierte, bestausgebildete Fachkräfte – und zwar viele davon", so Klug bei der Eröffnung. Auch im Grundwehrdienst soll der Umgang mit Informationstechnologien gelehrt und Wehrpflichtige mit besonderen Talenten gefördert werden.

Privatwirtschaft interessiert

Aber auch für Firmen aus der Privatwirtschaft ist IT-Sicherheit ein Muss: Das zeigte etwa die Anwesenheit von A1-Chef Hannes Ametsreiter, er wohnte der Eröffnung bei. "Wir haben eine extreme Abhängigkeit gegenüber IKT erreicht", so Pichlmayr, weswegen man für eine sichere Infrastruktur sorgen müsse.

Internet der Dinge

Gerade im Bereich Internet der Dinge sei enormes Potenzial vorhanden, sagt Pichelmayr – allerdings auch enorme Risiken: "Viele wollen nicht wahrnehmen, dass komplexe Systeme fehleranfällig sind." Beim Heartbleed-Bug habe man etwa gemerkt, dass manche Unternehmen unkritisch Software übernehmen, die dann vermeintlich für Schutz sorgen sollen.

Cyberanschlag ist Frage der Zeit

Die Einschätzung des IT-Experten Eugene Kaspersky, dass ein großer Cyberanschlag nur eine Frage der Zeit sei, teilt Pichelmayr: "Irgendwann wird jemand draufkommen, wie man diese Abhängigkeit ausnützen könne." Deswegen ist es wichtig, junge Talente zu fördern. 

Hermann Maier des Hackings

"Wie wichtig konstante Betreuung ist, sieht man etwa beim Skifahren", so Pichlmayr, der durch die Cyber Security Challenge quasi den Hermann Maier des Hackings finden möchte. (APA/fsc, derStandard.at, 7.5.2014)

  • Verteidigungsminister Klug und A1-Chef Hannes Ametsreiter wohnten der Eröffnung der Cyber Security Challenge bei
    foto: pressefoto/csa

    Verteidigungsminister Klug und A1-Chef Hannes Ametsreiter wohnten der Eröffnung der Cyber Security Challenge bei

  • Klug möchte junge Talente für die Cyberdivision des Bundesheers rekrutieren
    foto: pressefoto/csa

    Klug möchte junge Talente für die Cyberdivision des Bundesheers rekrutieren

  • Joe Pichlmayr von Cyber Security Austria fordert eine verstärkte Förderung junger IT-Talente
    foto: pressefoto/csa

    Joe Pichlmayr von Cyber Security Austria fordert eine verstärkte Förderung junger IT-Talente

  • Die erste Aufgabenstellung der Cyber Security Challenge 2014, an der theoretisch jeder teilnehmen kann
    foto: screenshot

    Die erste Aufgabenstellung der Cyber Security Challenge 2014, an der theoretisch jeder teilnehmen kann

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