Regierung zwingt ORF zu konstanter Filmförderung

7. Mai 2014, 16:37
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Stellt der Gebührenfunk weniger als acht Millionen bereit, wird in sein Budget eingegriffen

Wien - Die Kritik der heimischen Filmwirtschaft an der Kürzung der Filmförderung durch den ORF hat Wirkung gezeigt. Das Bundeskanzleramt hat am Mittwoch einen Gesetzesentwurf in Begutachtung geschickt, mit dem in das Budget des Rundfunks eingegriffen werden kann.

Wie berichtet hat sich die Film Austria an Medienminister Josef Ostermayer (SPÖ) gewandt, weil der ORF sein Budget für Produktionsaufträge an heimische Filmproduzenten für das Jahr 2014 von 104 auf 80 Millionen reduziert und damit auch seine Förderung im Rahmen des Film- und Fernsehabkommen von acht auf vier Millionen Euro halbiert hat. "Dies ist eine Katastrophe", hieß es im Jänner in einem Offenen Brief.

Auf Sperrkonto überweisen

Nun will das Kanzleramt per Gesetz dafür sorgen, dass zumindest der Förderbeitrag konstant bleibt. Wie das geht? Wenn der ORF in einem Jahr weniger als acht Millionen zur Verfügung stellt, muss die Gebühren Info Service GmbH (GIS) im Folgejahr den Differenzbetrag auf ein Sperrkonto überweisen. Die GIS-Einnahmen des ORF sinken also. "Die vorgeschlagene Änderung soll den ORF motivieren, weiterhin zum Erfolg des Film/Fernsehabkommens bei der Herstellung österreichischer Filme beizutragen", begründet das Kanzleramt die Zwangsmaßnahme.

Dass die Regierung der Filmwirtschaft in diesem Punkt unter die Arme greifen würde, hat sich bereits abgezeichnet. Schon im Regierungsprogramm hatten sich SPÖ und ÖVP auf die "gesetzliche Absicherung des Film-Fernsehabkommens mit zumindest gleichbleibender Dotierung" verständigt. (go, 7.5.2014)

  • Der ORF soll per Gesetz zur Förderung von Filmen wie "Das Attentat Sarajevo 1914" gezwungen werden.
    foto: orf/domenigg

    Der ORF soll per Gesetz zur Förderung von Filmen wie "Das Attentat Sarajevo 1914" gezwungen werden.

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