Riesenkrokodile dürften "Todesrolle" auch gegen Dinosaurier eingesetzt haben

9. Mai 2014, 17:29
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Forscher in Uruguay untersuchten die Schädel verschiedener Krokodilarten auf ihre Stabilität

Montevideo - Krokodile können selbst große Tiere erbeuten, indem sie sie packen und unter Wasser ziehen, um sie zu ertränken. Dabei setzen sie auch die sogenannte "Todesrolle" ein: Sie drehen sich mit der Beute im Maul mehrfach um die eigene Achse und zerreißen sie damit.

Genau das gleiche System könnten Krokodile schon während der Kreidezeit angewandt haben - nur hatte damals alles, Jäger wie Beute, größere Maßstäbe. Die nordamerikanische Krokodilart Deinosuchus etwa erreichte eine Länge von zwölf Metern und ein Gewicht von achteinhalb Tonnen, der afrikanische Sarcosuchus war ähnlich groß. Fossilien mit Bissspuren weisen darauf hin, dass diese Tiere auch mittelgroße Dinsosaurier erbeuteten: Fleischfressende Theropoden ebenso wie pflanzenfressende Hadrosaurier, die Längen von drei Metern aufwärts erreichten.

Biomechanischer Testlauf

Um zu testen, ob diese riesigen Jäger auch zu einer Todesrolle in der Lage waren, untersuchten Forscher in Uruguay nun im Modell die Schädel mehrerer Krokodilarten. Die Forscher um Ernesto Blanco, ein Spezialist für Paläobiomechanik vom Institut für Physik in Montevideo, analysierten 16 lebende und drei ausgestorbene Arten. Die Schädel wurden daraufhin getestet, ob sie den bei einer Todesrolle auf sie einwirkenden Kräften widerstehen können.

Bei Deinosuchus war das der Fall - und auch bei Purussaurus, einem bis zu 15 Meter langen Kaiman-Verwandten, der bis vor etwa acht Millionen Jahren in Südamerika lebte und unter anderem riesige Nagetiere erbeutet haben dürfte. Purussaurus hatte eine eher plumpe Schnauze, die von Deinosuchus war etwas länger, aber immer noch nicht so schmal und langgestreckt wie die von Sarcosuchus: der einzigen Spezies, die beim Test durchfiel.

Generell fällt kleineren Jägern die schnelle Drehung leichter, so die Ergebnisse des Speziesvergleichs. Gut möglich, dass die Riesen der Kreidezeit in ihren Jugendjahren noch die Todesrolle praktizierten, so Blanco. Ab einer gewissen Größe dürften sie dann aber auf eine andere Methode - etwa Seitwärtsbewegungen des Kopfes - umgestiegen sein. Oder sie verschluckten ihre Beute gleich im Ganzen. (jdo, derStandard.at, 9. 5. 2014)

 

  • Mit 12 Metern Länge zählte der kreidezeitliche Sarcosuchus zu den größten bekannten Krokodilarten. Für eine "Todesrolle" war sein Schädel vielleicht nicht robust genug - vergleichbar große Krokodile wie Deinosuchus hätten damit aber keine Probleme gehabt.
    foto: apa/epa photo national geographic/mike hettwer/gd

    Mit 12 Metern Länge zählte der kreidezeitliche Sarcosuchus zu den größten bekannten Krokodilarten. Für eine "Todesrolle" war sein Schädel vielleicht nicht robust genug - vergleichbar große Krokodile wie Deinosuchus hätten damit aber keine Probleme gehabt.

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