EU-Prognose: Junckers EVP baut Führung vor Sozialdemokraten aus

7. Mai 2014, 15:25
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EVP könnte mit 216 Sitzen rechnen, SPE mit 205 - In Österreich ÖVP und SPÖ gleichauf vorne

Brüssel - Die christdemokratisch-konservative Europäische Volkspartei (EVP) kann einer aktuellen Wahlprognose zufolge ihren Vorsprung gegenüber den Sozialdemokraten (SPE) in Umfragen bei der EU-Wahl ausbauen. Wie das gesamteuropäische Projekt "PollWatch" am Mittwoch mitteilte, könnte die EVP derzeit mit 216 Sitzen rechnen, die Sozialdemokraten kommen auf 205.

Dies würde bedeuten, dass der EVP-Spitzenkandidat und frühere luxemburgische Premier Jean-Claude Juncker gute Chancen hätte, nächster EU-Kommissionspräsident zu werden. In der letzten Umfragewoche vor den Wahlen hätten die Sozialdemokraten in Frankreich und Polen an Unterstützung verloren, während die zur EVP gehörenden Parteien in Spanien, Rumänien und Polen zulegen konnten, erklärte "PollWatch".

In Österreich sehen die Wahlforscher SPÖ und ÖVP gleichauf bei jeweils 24 Prozent und fünf Mandaten. Dahinter liegen die Freiheitlichen mit 19 Prozent und vier Sitzen. Die NEOS (14 Prozent) werden laut "PollWatch" die Grünen (13 Prozent) überholen, beide Parteien kommen demnach auf zwei Mandate. Basis der Prognose ist eine Gallup-Umfrage vom 1. Mai.

Die von der FPÖ, dem französischen Front National und dem niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders angestrebte Fraktion rechtsgerichteter und rechtsextremer Parteien wird sich laut der Prognose ausgehen. Die erforderlichen Parteien aus mindestens sieben Ländern könnten demzufolge mit 38 Sitzen rechnen. Dazu zählt "PollWatch" die FPÖ, den Front National von Marine Le Pen in Frankreich, Wilders "Partei für die Freiheit" PVV, die Lega Nord in Italien, den Vlaams Belang in Belgien, die Schwedendemokraten und die nationalistische SNS in der Slowakei.

Die Liberalen werden demnach drittstärkste Kraft bleiben, gefolgt von der Linksfraktion (GUE), während sich die Konservativen und Reformisten (ECR), die Grünen und die Rechtsfraktion Europa der Freiheit und Demokratie (EFD) ein Rennen um den fünften Platz liefern würden. Rechts von der EVP könnte es letztlich drei verschiedene Gruppierungen mit ungefähr 40 Sitzen geben, nämlich die neue Rechtsaußenfraktion, die ECR und die EFD, prognostizieren die Wahlforscher. (APA, 7.5.2014)

  • Möglicherweise bald der nächste EU-Kommissionspräsident: EVP-Spitzenkandidat Jean-Claude Juncker.
    foto: epa/herbert neubauer

    Möglicherweise bald der nächste EU-Kommissionspräsident: EVP-Spitzenkandidat Jean-Claude Juncker.

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