Drei große Giro-Favoriten und ein Zoidl in Topform

7. Mai 2014, 13:34
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Die ersten Anwärter auf dem Gesamtsieg bei der 97. Auflage kommen aus Spanien und Kolumbien

Mailand/Belfast - Am Freitag hebt mit dem Giro d'Italia das zweitwichtigste Radsportereignis nach der Tour de France an. Der Spanier Joaquim Rodriguez und die Kolumbianer Nairo Quintana und Rigoberto Uran gelten als erste Anwärter auf den Sieg bei der 97. Auflage, die heuer im irischen Belfast gestartet wird. Die italienischen Asse starten in Abwesenheit von Vorjahrssieger Vincenzo Nibali nur als Außenseiter.

Heißes Eisen

Rodriguez, bereits dreimal Gewinner der WorldTour-Jahreswertung, fährt immer noch dem ersten Sieg in einer der drei großen Rundfahrten hinterher. Mehrmals war er nahe dran. Im Giro 2012 hat ihm Ryder Hesjedal (CAN) das Rosa Trikot im abschließenden Zeitfahren um nur 16 Sekunden entrissen, bei der Tour de France 2013 sowie der Vuelta 2010 und 2012 war der 34-jährige Radprofi des russischen Katjuscha-Teams jeweils Dritter.

Quintana (Team Movistar), der Vorjahrs-Zweite der Tour de France, und Uran (Omega-QuickStep), der Gesamt-Zweite des Giro 2013 und Olympia-Zweite 2012, fahren auf den 3.450 Kilometern auch um den zweiten großen Rundfahrts-Erfolg eines Kolumbianers nach dem Triumph von Lucho Herrera bei der Vuelta 1987. Uran (27) hat sich gezielt auf dieses Rennen vorbereitet und bestreitet schon seinen vierten Giro.

Giro-Debüt für Quintana

Der in 2.800 m Höhe in den Anden aufgewachsene Quintana (24) absolviert hingegen sein Giro-Debüt. Das könnte nach Meinung seines Teamchefs Eusebio Unzue ein Nachteil sein. "Der Giro ist sehr speziell. Nairo ist bereit für den Sieg, aber es ist das erste Mal, dass er als Leader startet, er muss kühlen Kopf bewahren", sagte Unzue.

Hesjedal ist als einer von vier früheren Gewinnern neuerlich dabei, die anderen sind die Lokalmatadore Damiano Cunego (2004), Ivan Basso (2006/2010) und Michele Scarponi (2011 nach Dopingstrafe gegen Alberto Contador vorgerückt). Sie hoffen neuerlich auf einen Spitzenplatz.

Erste große Rundfahrt für Zoidl

Riccardo Zoidl steht nach seinem Wechsel zum WorldTour-Rennstall Trek vor seiner ersten großen Bewährungsprobe. Der Oberösterreicher nimmt seine erste dreiwöchige Rundfahrt in Angriff. Er darf auf eigene Rechnung fahren und hat einen Etappen-Spitzenplatz im Visier. Für Bernhard Eisel (Team Sky) und Georg Preidler (Giant) sind vor allem Helferrollen vorgesehen. Preidler hat nach einer Knieblessur allerdings noch etwas Formrückstand.

In einer großen Rundfahrt vorne mitzufahren ist das Karriereziel von Zoidl. Vorerst gilt es herauszufinden, wie er mit den Strapazen zurecht kommt. "Erfahrung sammeln und in Triest ankommen", lautet denn auch das erste Ziel des 26-Jährigen. Obwohl er nach einem Schlüsselbeinbruch erst ein Etappenrennen absolviert hat (Rang 12 in der Tour de Romandie in der Vorwoche), fühlt sich Zoidl in Topform.

Konzentration auf erste Bergankünfte

"Die Form für den Giro passt perfekt", erklärte der Wahl-Innsbrucker. Der Kroate Robert Kiserlovski soll für Trek den gewünschten Top-Ten-Platz einfahren, Zoidl will versuchen, möglichst lange mitzuhalten. Nach der 8. und 9. Etappe, den ersten zwei Bergankünften, wird er sehen, wo er steht. Und sich dann entweder auf einen guten Gesamtrang oder einen Etappen-Spitzenplatz konzentrieren.

Die letzte Woche bleibt freilich das große Fragezeichen. "Ich befürchte, dass es da einmal einen Einbruch gibt und ich abreißen lassen muss", sagte der Gewinner der Österreich-Rundfahrt. Dass er gleich bei der Premiere eine "Freikarte" erhielt, zeugt von der Wertschätzung, die der Allrounder im Team genießt. Zoidl hat im Training in Tirol und einem dreiwöchigen Trainingslager in der Sierra Nevada seine Kletterqualitäten verbessert, setzt aber auch auf seine Klasse im Zeitfahren. Die 42-km-Strecke der 12. Etappe zwischen den Weingärten des Piemont (Barbaresco-Barolo) hat es ihm angetan. "Die ist ideal für mich."

Steile Rampen

Die Entscheidung wird vermutlich in der dritten und letzten Woche in den Alpen fallen. Ab der 16. Etappe (27.5.), die über Gavia-Pass und Stilfserjoch (2.758 m) ins Martelltal führt, sind Kletterkünste auf extrem langen, aber auch steilen Anstiegen gefragt. Der Schlussanstieg des 18. Teilstücks endet bei der Panarotta-Hütte im Valsugana und auf dem 20. Abschnitt (31.5.) ist nach zwei Pässen der Monte Zoncolan das Ziel einer Bergankunft. Dazwischen steht ein Bergzeitfahren in Bassano del Grappa auf dem Programm (19. Etappe). Der Giro endet am 1. Juni in Triest. (APA/red, 7.5.2014)

  • Egal ob Radgeschäft...
    foto: ap/ peter morrison

    Egal ob Radgeschäft...

  • ...oder Fleischhauer, Belfast rüstet sich für den Giro.
    foto: ap/ peter morrison

    ...oder Fleischhauer, Belfast rüstet sich für den Giro.

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