Ornithologen um Storchenbrut besorgt

29. August 2003, 17:58
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Trockenheit führte zu Nahrungsmangel

Wien - Ornithologen und Vogelschützer sorgen sich um den diesjährigen Bruterfolg der heimischen Störche. Auch wenn noch keine Zahlen vorliegen, so dürfte sich doch abzeichnen, dass vor allem die Vögel in den March-Thaya-Auen Probleme mit der Trockenheit hatten, sagte Eva Karner-Ranner von der Vogelschutzorganisation BirdLife.

Nahrungsressourcen

Die Störche in diesem Gebiet sind hauptsächlich auf Feuchtgebiete als Nahrungsquellen eingestellt, in Tümpeln und feuchten Wiesen stellen sie etwa Fröschen nach. Durch die anhaltende Trockenheit sind viele dieser Gebiete heuer ausgesprochen trocken, dementsprechend schlecht könnte der Bruterfolg bei den Störchen in den March-Thaya-Auen ausfallen, fürchtet die Expertin. Das ist insofern beunruhigend, weil gerade dieses Gebiet einen wesentlichen Beitrag für die meist guten Storchenjahre der jüngeren Vergangenheit geleistet hat.

Doch der Bruterfolg der Störche dürfte auch im restlichen Österreich heuer nicht so toll ausfallen. "Während des Frühlingszuges herrschte in Osteuropa schlechtes Wetter, teilweise sind die Vögel zu spät angekommen und haben erst gar nicht zu brüten begonnen", so Karner-Ranner. Relativ gut dürfte es noch den Störchen in generell trockeneren Gegenden ergangen sein. Die Tiere fressen dort nämlich viel Insekten, etwa Heuschrecken, und davon gab es heuer mehr als genug.

Deutschland besonders schlimm dran

Extrem dürfte die Storchenbrut in Teilen Deutschland beeinträchtigt sein. So gibt es Meldungen aus dem Landkreis Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern, wonach die Storcheneltern wegen Futtermangel teilweise ihre Jungen aus dem Nest geworfen haben. Dieses Verhalten sei bei extremem Futtermangel schon mehrfach beobachtet worden, sagte die Ornithologin. Ob es heuer auch in Österreich vereinzelt vorkam, sei noch nicht bekannt. (APA)

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