Platter: Wartungsverträge für Draken "bereits verlängert"

26. August 2003, 14:03
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Verteidigungsminister nimmt Ergebnis der Gespräche mit Schweden vorweg, bei der Heeresreform übt er sich in Zurückhaltung

Wien - Gespräche über die Verlängerung des Wartungsvertrages für die Draken-Abfangjäger sollen diese Woche geführt werden, und zwar sowohl mit Vertretern der Industrie als auch der schwedischen Behörden. Anfang Juli hatten die schwedischen Behörden den Kommandanten der österreichischen Luftstreitkräfte, Generalmajor Erich Wolf, mitgeteilt, dass eine Verlängerung seitens der Regierung nicht möglich sei, und hatten Wolf an die schwedische Industrie verwiesen. Seitens der Verteidigungsministeriums ging man am Montag von einem positiven Ergebnis der Gespräche aus.

Verteidigungsminister Günther Platter (V) wird in der Montag-Ausgabe der "Presse" diesbezüglich dahingehend zitiert, dass der Wartungsvertrag "bereits verlängert" sei. Dies sei eben so zu verstehen, dass man von einem guten Ergebnis ausgehe, hieße es zu Mittag.

Bundesheer-Reform

Relativ zurückhaltend gibt sich Platter weiterhin, was die geplante Bundesheer-Reform angeht. Er kann sich aber sowohl eine Reduktion der Mannstärke vorstellen als auch eine "moderate Verkürzung" der Wehrzeit, die derzeit ja noch acht Monate beträgt. Letztere Maßnahme könnte dann Thema sein, wenn der Assistenz-Einsatz an den Ost-Grenzen mit Erreichen der Schengen-Reife der Nachbarstaaten wegfällt, meint Platter. Bezüglich der Heeresgröße tritt der Minister zwar für schlankere Strukturen ein, die kolportierte Zahl von 15.000 Berufssoldaten (derzeit 24.000) wäre aus seiner Sicht aber zu wenig.

Kasernenschließungen möglich

Dezidiert nicht ausgeschlossen wird von Platter, dass am Ende der Reform die Schließung von Kasernen steht. Allerdings betont er auch, dass es nicht Aufgabe der Reform-Kommission sei, Kasernen zu schließen. Andererseits wäre es für den Verteidigungsminister wieder völlig falsch, das Signal zu setzen, dass sich nichts ändert.

Die Reform-Kommission wird jedenfalls nach Angaben Platters etwa 50 bis 60 Mitglieder haben - darin vertreten sein werden sowohl militärische als auch zivile Experten, dabei auch Vertreter der Parlamentsparteien, Sozialpartner und Jugendorganisationen. Beginn der Tätigkeit ist im Herbst, ein Zwischenbericht soll zu Jahresende vorliegen. (APA)

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    Günther Platter während einer Panzerfahrt anlässlich seines Besuches der österreichischen Soldaten im Camp Casablanca bei Suva im Kosovo.

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