Saddams Drohnen dienten lediglich zur Aufklärung

26. August 2003, 20:41
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Nicht für B- und C-Waffen geeignet - Powell hatte Bedrohungsszenario für amerikanische Städte entworfen

Washington - Waffenexperten der amerikanischen Streitkräfte sind nach Überprüfung unbemannter irakischer Flugzeuge zu dem Ergebnis gekommen, dass diese entgegen der Darstellung Washingtons vor dem Krieg nicht für den Einsatz biologischer und chemischer Waffen geeignet waren. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AP aus Kreisen der Fachleute, die die auch UAVs (Unmanned Aerial Vehicles) genannten Fluggeräte in Irak untersucht haben.

Die Gefährdung durch B- und C-Waffen versprühende Drohnen war von der US-Regierung drastisch dargestellt worden, um ihre Gründe für einen Krieg gegen das Regime von Saddam Hussein zu untermauern. Außenminister Colin Powell hatte sogar von der Möglichkeit gesprochen, irakische UAVs könnten amerikanische Städte angreifen. Powell stützte sich bei seiner Präsentation im UNO-Sicherheitsrat am 5. Februar auf Informationen des Geheimdienstes CIA sowie der Nachrichtenabteilung des Pentagon, DIA.

Wenig Hinweise auf Massenvernichtungswaffen

Der Geheimdienst der Luftwaffe stimmte mit dieser Einschätzung von Anfang an nicht überein, wie dessen Direktor Bob Boyd sagte. "Wir haben keine große Chance gesehen, dass sie (die Drohnen) dazu benutzt werden, die USA anzugreifen", erklärte Boyd. "Wir haben sie nicht als große Gefahr für die Heimat betrachtet." Es habe wenig Hinweise auf eine Verbindung zum irakischen Programm für Massenvernichtungswaffen gegeben. Die irakischen Drohnen hätten nach Einschätzung der Luftwaffe denselben Zweck gehabt wie die amerikanischen: Aufklärung. Informationen über die irakischen Drohnen hätten den Schluss nahe gelegt, dass sie technisch von ihrer Größe her nicht mehr als eine Kamera und einen Videorecorder tragen können, sagte Boyd.

Einer der Wissenschaftler, der den irakischen Drohnen-Bestand untersuchte, sagte: "Da ist nichts. Es gibt da keinen Platz, irgendetwas hinein zu tun." Boyd sagte, die abweichende Meinung der Luftwaffe sei fair behandelt worden. Die Experten hätten keinen Druck verspürt, ihre Analyse zu ändern, und ihre Darstellung sei im Gesamtprozess auch öffentlich gemacht worden. (APA/AP)

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