Simbabwe: Regime schärft seine Waffen gegen innenpolitische Gegner

27. August 2003, 08:37
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Budget für berüchtigte Jugendmiliz Mugabes verdoppelt

Harare - Das Regime des simbabwesischen Präsidenten Robert Mugabe benutzt den in der vergangenen Woche beschlossenen Nachtragshaushalt, um die Stärke der berüchtigten Jugendmiliz nahezu zu verdoppeln. Das berichtete die staatliche Presse am Sonntag. Der amtlichen "Sunday Mail" zufolge erhielt der "Nationale Jugenddienst" im Nachtragshaushalt 1,5 Milliarden Simbabwe-Dollar (etwa 250.000 Euro) zugeteilt - 140 Prozent mehr als die 1,1 Milliarden Simbabwe-Dollar, die im ursprünglichen Haushalt vorgesehen waren.

Weitere große Summen gingen an die so genannten Kriegsveteranen, die Geheimpolizei, das Heer und die Luftwaffe. Die "Veteranen" waren in der Vergangenheit führend an der illegalen Vertreibung weißer Farmer beteiligt, wodurch das Land wirtschaftlich in den Abgrund getrieben wurde.

Mit den zusätzlichen Geldern könnten bis Dezember weitere 6.000 Jugendliche für die Jugendmiliz ausgebildet werden, zitierte die "Sunday Mail" Reason Wafawarova, einen Beamten im zuständigen Ministerium. Die gefürchteten "Grünen Bomber" - so nach ihrer Uniform genannt - sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen eine gesetzlose Armee arbeitsloser Jugendlicher und zusammen mit der Geheimpolizei und den "Veteranen" Präsident Mugabes Hauptwaffe, um innenpolitische Gegner und Oppositionsanhänger zu terrorisieren. Nach Südafrika und Botswana entflohene Milizangehörige berichteten, sie hätten in ihren Trainingslagern im Elend gelebt, seien mit feindseliger Propaganda gegen die Opposition indoktriniert und in Folter und Gewaltanwendung ausgebildet worden. (APA/dpa)

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    Rund 1,5 Milliarden Simbabwe-Dollar werden nachträglich für die Finanzierung der Jugend- Miliz bereitgestellt.

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