Verhandlung Paris-Tripolis über Entschädigungen gescheitert

25. August 2003, 19:27
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Hinterbliebenen-Vertreter kehrten unverrichteter Dinge aus Libyen zurück

Paris - Die Verhandlungen mit Libyen um eine Entschädigung für die Hinterbliebenen der Opfer eines Bombenanschlags auf ein französisches Verkehrsflugzeug über Afrika vor 14 Jahren sind vorerst gescheitert. "Es gibt keine konkreten Ergebnisse", sagte am Sonntag der Sprecher der Delegation der Familien der Opfer, Guillaume Denoix de Saint Marc. Die Gruppe war kurz zuvor nach einem viertägigen Aufenthalt in Tripolis wieder in Paris gelandet.

Die Familien waren nach Libyen aufgebrochen, nachdem sich Frankreich und Großbritannien darauf geeinigt hatten, eine Abstimmung im UNO-Sicherheitsrat zur Aufhebung der Sanktionen gegen Libyen zu verschieben. Hintergrund ist das Dringen Frankreichs auf höhere libysche Entschädigungszahlungen für die 170 Opfer eines Anschlags auf den Flug UTA 772 von Brazzaville nach Paris im Jahre 1989. Bei dem Anschlag kamen 170 Menschen ums Leben, darunter 53 Franzosen.

Nachdem Libyen kürzlich formell die Verantwortung für den Lockerbie-Anschlag vom Dezember 1988 übernommen hatte, legte Großbritannien dem UNO-Sicherheitsrat in New York am vergangenen Montag einen Resolutionsentwurf zur Aufhebung der 1992 verhängten UNO-Sanktionen gegen Libyen vor.

Frankreich drohte damit, im Sicherheitsrat sein Veto einzulegen, wenn die Zahlungen an die Angehörigen der Opfer zuvor nicht deutlich erhöht würden. Libyen hat sich im UTA-Fall bisher zur Zahlung von insgesamt etwa 33 Millionen Dollar (30,3 Mill. Euro) an die Familien der Opfer verpflichtet, was durchschnittlich höchstens 195.000 Dollar pro Opfer entspricht. (APA/dpa)

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