Waagner-Biró baut Stahl-Glas-Technik aus

29. August 2003, 11:02
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Nach dem Hangar-7 in Salzburg soll Großprojekt in Polen umgesetzt werden

Salzburg - Die Stahl-Glas-Techniktochter des österreichische Waagner-Biró-Konzerns mauserte sich über die letzten Jahre zu einem der führenden Spezialisten für architektonisch anspruchsvolle Dach- oder Fassadenkonstruktionen. Die jüngste, am Wochenende eröffnete Arbeit steht in Österreich: der Hangar-7 von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz am Salzburg Airport.

Doch die eigentlichen Chancen sieht Waagner-Biró Stahl-Glas-Technik außerhalb von Österreich, sagt Vorstand Johann Sischka anlässlich der Eröffnung des Hangars. "Wir setzen große Hoffnungen in Polen. Das könnte wie in England werden, wo etwa Stararchitekt Norman Foster nur mehr mit uns bauen will", so Sischka.

Uuml;berdachung des British Museum

Mit Foster realisierten die Österreicher die Überdachung des British Museum, fertig gestellt Ende 2000. "Das ist der flächenmäßig größte mit Stahl und Glas überdachte öffentlich zugängliche Raum weltweit" - mit 6000 Quadratmetern gewölbter Transparentfläche. "Aber nicht mehr lange", so Sischka weiter. Denn in Warschau entstehe ein Kino-, Hotel- und Shopping-Komplex mit 10.500 Quadratmetern Dachglasflächen. Die Fertigstellung ist für 2005 geplant. Weitere Hoffnungsmärkte des Unternehmens sind China und der Mittlere Osten.

1999 wurde der damals Verluste schreibende Waagner-Biró-Konzern, mehrheitlich im Besitz des Industriellen Herbert Liaunig, umstrukturiert und in die fünf Bereiche Brückenbau, Stahl-Glas, Bühnentechnik, Montage und Maschinenbau gegliedert.

Der Umsatz erreichte im Vorjahr 240,3 Mio. Euro, bei einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (vor Firmenwertabschreibungen) von 13 Mio. Euro. "Dieser Return on Sales liegt jetzt im Plan", so Holding-Vorstandschef Helmut Wurzinger. Die Stahl-Glas-Technik setzte im Vorjahr 45 Mio. Euro um und will heuer bei 50 Mio. landen.

Nur eine Zahl war den beiden Waagner-Biró-Managern nicht zu entlocken: das Auftragsvolumen für den Hangar-7 in Salzburg. "Red Bull will eben nicht, dass das bekannt wird." (szem, Der Standard, Printausgabe, 25.08.2003)

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