Burns: EU und USA sollten den Konflikt um den Irak "begraben"

25. August 2003, 19:07
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US-NATO-Botschafter: Kontinente "brauchen einander" zur Bekämpfung des Terrorismus

Alpbach - US-NATO-Botschafter Nicholas Burns ist dafür, dass die EU und die USA den Konflikt um das "Thema Irak begraben" sollten. "Der Krieg ist schon vorbei. Es ist Zeit, sich dem Wiederaufbau zu widmen", betonte Burns am Sonntag zur Eröffnung des Europäischen Forum Alpbach. Es sei klar, dass das traditionelle Europa eine andere Meinung habe als die "jüngeren" Vereinigten Staaten. Umgekehrt stehe aber auch "außer Zweifel", dass die beiden Kontinente einander bräuchten.

Was die unterschiedlichen Positionen zwischen der EU und den EU-Erweiterungsländern gegenüber den USA betrifft, betonte Burns, dass auch Amerika klar gegen eine Teilung Europas sein müsse. Mit der Erweiterung werde Europa erstmals als Kontinent vereinigt. Dies sei eine "große Errungenschaft", die für die USA bedeute, dass es "künftig mehr Möglichkeiten geben wird, wie die beiden Kontinente zusammenarbeiten können".

Die Erweiterungsländer dürften aber auch nicht "vor die Wahl zwischen der NATO und der EU gestellt werden". "Es wäre falsch zu sagen, ihr müsst eine Entscheidung treffen. Die Zusammenarbeit ist wichtig zur Bekämpfung des Terrorismus. Das ist eine Herausforderung für alle friedvollen Länder in der Welt, die auch noch die zukünftigen Generationen beschäftigen wird", so der US-NATO-Botschafter.

Als "größte Gefahr in der Welt" bezeichnete Burns die Verbindung von Terrorismus und Massenvernichtungswaffen. Burns nannte in dem Zusammenhang vor allem den Iran und Nordkorea. Gefahr gehe aber auch von den Konflikten zwischen Indien und Pakistan und zwischen Israel und den Palästinensern aus.

Die USA seien bemüht, diese Konflikte diplomatisch zu lösen. "In einigen Situationen" gebe es aber "keinen anderen Ausweg als den militärischen", verteidigte Burns die US-amerikanische Linie. Ihn würde es "nicht überraschen", wenn die NATO demnächst auch in "Nordafrika, Zentralasien und im Nahen Osten" aktiv werden würde. (APA)

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    Nicholas Burns

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