Firmen sollen für Ausbildung zahlen

31. August 2003, 20:11
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Tumpel verlangt dauerhafte Lösung für Lehrstellen-Krise - 13.200 Jugendliche gegenüber 6.200 offenen Lehrstellen

Wien - Mehr als 13.000 Jugendliche werden nach Schätzung der Arbeiterkammer (AK) ab September eine Lehrstelle suchen. AK-Präsident Herbert Tumpel forderte daher am Sonntag "endlich dauerhafte Maßnahmen" zu setzen, um das Recht aller Jugendlichen auf Ausbildung zu sichern. "Wir brauchen im Auffangnetz wieder Ausbildungen, die bis zum Lehrabschluss führen", verlangt Tumpel, "und zusätzlich müssen die Unternehmer wieder selber mehr Jugendliche ausbilden oder für Ausbildung in besonderen Ausbildungseinrichtungen zahlen".

Derzeit brauchen österreichweit 11.800 Jugendliche eine Lehrstelle - 9.700 von ihnen sofort, 2.100 sind noch in kurzfristigen Kursen des Arbeitsmarktservice, die übrigens nicht zu den aktuell laufenden Auffangnetz-Lehrgängen gehören. Zu ihnen kommen noch einmal 1.400 Jugendliche, die ab September eine Lehrstelle brauchen, rechnet die AK vor. Diesen insgesamt 13.200 Lehrstellen Suchenden würden die Unternehmer nur 6.200 offene Lehrstellen bieten - die Hälfte sogar erst frühestens ab September. Und die Zahl der Lehrstellen Suchenden sei seit Ende Juni gerade einmal um 2.000 zurück gegangen.

Der AK-Präsident kritisiert zudem, dass es noch immer keinen Erlass gebe, in welchen "Mangelberufen" es eine erhöhte Lehrausbildungsprämie für Unternehmen gebe. Klar sei: "Die Prämie soll nicht mit der Gießkanne über alle Lehrbetriebe ausgeschüttet werden."(APA)

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    Tumpel will eine Lösung für das Lehrlingsdilemma

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