Zehntausende feierten 40. Jahrestag von Martin Luther Kings Rede

25. August 2003, 19:23
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"Ich habe einen Traum" in Washington ausgestrahlt - Kings Sohn fordert Abschaffung der Todesstrafe

Washington - Zehntausende Menschen haben am Samstag den 40. Jahrestag der berühmten Rede von Martin Luther King am Lincoln Memorial in Washington begangen. "Ich weiß, dass mein Vater mehr als ein Traum war", sagte der Sohn des ermordeten schwarzen Bürgerrechtlers, Martin Luther King III., vor der Menge in Anspielung auf dessen berühmte Rede gegen die Rassentrennung. "Ich habe einen Traum, dass sich eines Tages die Söhne von früheren Sklaven und die Söhne von früheren Sklavenbesitzern auf den roten Hügeln von Georgia am Tisch der Bruderschaft gemeinsam niedersetzen können", hatte Martin Luther King in seiner Rede gesagt, die zum Jahrestag über Lautsprecher übertragen wurde.

Nachdem schwarze Bürger in den USA lange unter ihrer Benachteiligung gelitten hätten, müsse das Land nun weiteres Unrecht aufheben und unter anderem die Todesstrafe abschaffen, sagte der Sohn des Bürgerrechtlers dort, wo 40 Jahre zuvor sein Vater geredet hatte. "Ich fordere den Kongress auf, ein System einzurichten, das jeden Menschen und auch jede Krankheit abdeckt." Der Organisator des Marsches auf Washington von 1963, Walter Fauntroy, forderte alle Bewerber der kommenden Präsidentschaftswahl im November 2004 auf, entschlossen gegen radikale Weiße vorzugehen. Schon vor 40 Jahren hätten er und seine Mitstreiter eine Viertelmillion Menschen versammelt, um Änderungen in der Politik gegenüber der afroamerikanischen Minderheit zu fordern: "Wir werden es wieder tun."

Am Vorabend hatte die Witwe des Bürgerrechtlers, Coretta Scott King, eine Gedenktafel für ihren Mann auf den Stufen des Lincoln Memorials eingeweiht. Sie hoffe, dass "in nicht allzu ferner Zukunft" Kings Traum nicht mehr nur bloße Vision, sondern "glanzvolle Realität" werde, sagte die Witwe. Der Bürgerrechtler hatte seine Rede am 28. August 1963 vor 250.000 überwiegend schwarzen Zuhörern gehalten - am Tag des Marsches auf Washington, der den massenwirksamen Auftakt der Bürgerrechtsbewegung in den USA markierte.

Überproportional von Armut betroffen

Damals wurde den meisten Schwarzen noch das Wahlrecht verweigert, manche wurden für ihre Ansprüche auf Gleichbehandlung ermordet. Schwarze und weiße US-Bürger durften vor allem in den Südstaaten oftmals nicht einmal dieselben Restaurants, Hotels oder öffentlichen Toiletten besuchen. Noch heute sind Schwarze in den USA überproportional von Armut betroffen und unter Gefängnisinsassen überrepräsentiert.

King wurde am 4. April 1968 in einem Hotel in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee erschossen. Die genauen Todesumstände geben bis heute Rätsel auf. Für die Tat wurde der Weiße James Earl Ray verurteilt, der 1998 in Haft starb. (APA/AP)

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