Günther Weidlinger nach Sturz total zerstört

25. August 2003, 22:38
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"Nach Vorlauf-Sturz wollte ich nie wieder Startnummer raufgeben" - Der Hindernisläufer weiß nach seinem Drama noch nicht wie es weitergeht

St. Denis/Paris - Der Eine überlegt, ob er nach dem neuerlichen Fall seine Karriere vorzeitig beenden soll, der Andere fiebert dagegen bereits der Geburt seines Sohnes und Olympia 2004 in Athen entgegen. So gegensätzlich präsentierte sich die Stimmungslage von Österreichs Steeple- Läufern Günther Weidlinger und Martin Pröll am Tag nach dem Ausscheiden in den 3.000-m- Hindernis-Vorläufen bei den IX. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in St. Denis.

Gedanken an Rücktritt

"Nach dem Sturz im Vorlauf war ich so weit, dass ich mir nie wieder eine Startnummer raufgeben wollte", gestand Weidlinger am Sonntagnachmittag. "Im ersten Moment habe ich mir nur gedacht: 'Nicht schon wieder!' Ich wollte gleich mit dem Leistungssport aufhören. Deswegen bin ich im Gegensatz zur Hallen-WM in Birmingham auch nicht weiter gerannt und habe sofort aufgegeben."

Die sportliche Führungsspitze im Österreichischen Verband (ÖLV) drängt den kleinen Innviertler nun zum Wechsel auf die 5.000 m, doch der ehemalige Junioren- (1997) und U23-Europameister (1999) ist noch unschlüssig, wie es weitergehen wird. "Vielleicht werde ich weiter über 3.000 m Hindernis laufen, vielleicht wechsle ich auf die Flachdistanz, vielleicht höre ich ganz auf. Ich weiß noch nicht, was ich machen werde, aber vielleicht weiß ich am Montag schon mehr", meinte der 25-Jährige, der am Sonntag auf einem Campingplatz in Paris mit seiner fast vollzählig anwesenden Familie (Eltern, Schwester, Freundin, Schwager) über die Zukunft beriet.

Pröll freut sich auf Olympia

Der amtierende U23-Europameister Pröll nahm dagegen den 22. WM-Endrang nicht weiter tragisch, auch wenn er mit diesem sein Finalziel klar verpasst hatte. "Heuer war der Sieg bei der U23-EM das große Ziel, das ich Gott sei Dank erreicht habe. Für die WM hatte ich mir zwar auch viel vorgenommen, doch das war nach dieser langen Saison mit 21 Rennen leider nicht mehr realisierbar, denn ich hatte hier nicht mehr die Form wie bei der U23-EM. Aber im nächsten Jahr gibt es mit den Olympischen Sommerspielen ja nur ein Großereignis, und auf dieses bereite ich mich eigentlich schon seit vier Jahren vor", betonte der 22-jährige Mühlviertler. "Und vom Erfahrungswert war dieser WM-Vorlauf sehr wichtig für Athen!"

Doch bevor es mit der Vorbereitung auf die Sommerspiele in Griechenland losgeht, steht einmal Anfang Oktober die Geburt seines Sohnes auf dem Terminkalender. "Er wird Justin heißen", verriet Pröll. Die Namenswahl ist übrigens nicht auf eine bekannte Persönlichkeit zurückzuführen. "Ich und meine Frau haben uns nur dafür entschieden, weil uns Justin einfach gefällt und wir keinen 08/15-Namen wollten." (APA)

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    Weidlinger am Boden.

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