Gehe setzt mit Herba-Übernahme konsequent Europa-Kurs fort

5. Jänner 2000, 13:35

"Europa-Wachstum zentrale Unternehmensstrategie"

Wien - Die Stuttgarter Gehe AG setzt mit der mehrheitlichen Übernahme der österreichischen Herba Chemosan ihr in der Unternehmensstrategie festgelegtes Europäisierungskonzept weiter konsequent fort. Der jetzt - vorbehaltlich der Zustimmung durch die EU-Wettbewerbshüter - erfolgreich über die Bühne gebrachte Erwerb der Herba ist dabei nur ein Bausteinchen auf diesem Weg: Der von Herba zuletzt erzielte Jahresumsatz von umgerechnet 1,2 Mrd. DM macht nur 4,7 Prozent der Gehe AG aus. Die Gehe erzielte 1998 einen Rekordumsatz von 25,36 Mrd. DM (12,97 Mrd. Euro/178,42 Mrd. S), für 1999 ist ein weiterer Anstieg klar absehbar.

Expansion wird fortgesetzt

"Für Gehe ist Wachstum in Europa das zentrale Element der Unternehmensstrategie", heißt es im Unternehmensleitbild. Nachdem nun durch die Übernahme von Herba ein Tor in Richtung der osteuropäischen Märkte aufgestoßen worden sei, sehe Gehe in Europa noch eine ganze Reihe von Ländern, die für die Expansion interessant sind, kündigte der Gehe-Finanzvorstand am Mittwoch an.

Im Jahr 1998 erzielte die Gehe mit 23.033 Mitarbeitern einen Jahresüberschuss von 304,7 (1997: 285,1) Mill. DM. Der Cash Flow belief sich auf 486,5 Mill. DM. Seit 1992 hat sich der Umsatz des Unternehmens versechsfacht (+500 Prozent). Die Börsekapitalisierung der Unternehmensgruppe stieg zwischen 1992 und Ende 1998 von 1,9 Mrd. DM auf 8,4 Mrd. DM.

Führender Pharmagroßhändler Europas

Die 1835 - vor 164 Jahren - vom Apotheker gegründete in Dresden gegründete Gehe AG hat sich in ihrer 164-jährigen Geschichte zum führenden Pharmagroßhändler Europas entwickelt. Heute verfügt das Unternehmen über Niederlassungen in Europa, Kanada und den USA. Mit einem Marktanteil von 19 Prozent liegt das Unternehmen in Deutschland auf Rang 2.

Wie zu Beginn seiner Unternehmensgeschichte steht der Pharma-Großhandel im Mittelpunkt der Konzern-Aktivitäten. In diesem Bereich erzielte Gehe mit ihren großen Auslandstöchtern OCP (Saint Ouen bei Paris) und AAH (Couventry) auch im vergangenen Geschäftsjahr noch 85 Prozent des Umsatzes.

Insgesamt werden bis zu 112.000 Präparate an 12.000 Apotheken europaweit geliefert, die Lieferungen erfolgen bis zu sieben Mal täglich. Zusätzlich ist die Gehe AG im Apotheken-/Einzelhandel und im Bereich Gesundheitsdienste aktiv, weiters unterhält die Firma einen Versandhandel für Büro-, Lager- und Betriebseinrichtungen.

Stammsitz des Unternehmens ist Stuttgart, mittlerweile koordinieren Unternehmenszentralen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien ein "flächendeckenende Distributionsnetz", das die Arzneimittel-Versorgung für acht europäische Länder sicherstellt. (APA)

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