Feuer schlägt Schneise durch kanadische Stadt Kelowna

24. August 2003, 15:26
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Hunderte Häuser zerstört - 30.000 Menschen auf Flucht vor Waldbränden - Gouverneur von Oregon ruft Notstand aus

Kelowna - In Kanada wüten weiter die Waldbrände. Bis zu 100 Meter hohe Flammen haben sich am Samstag durch die ostkanadische Stadt Kelowna gefressen. Zwischen 100 und 300 Häuser fielen nach Schätzungen der Feuerwehrleute dem Brand zum Opfer. Rund ein Drittel der 100.000 Einwohner von Kelowna wurde evakuiert.

Angesichts der sich ausbreitenden Waldbrände im fruchtbaren Okanagan-Tal der Provinz British Columbia mussten die Feuerwehrleute ihre Bemühungen auf den Schutz der Wohnhäuser konzentrieren. Mit einer Geschwindigkeit bis zu hundert Metern pro Minute habe der Wind die Flammen durch südliche Teile Kelownas getrieben, berichtete eine Behördensprecherin.

Der Brand hat sich bereits auf rund 17.000 Hektar ausgebreitet. In der Region fiel in diesem Jahr weniger Niederschlag als üblich, die Wälder sind ausgetrocknet. Für Sonntag erwarteten die Meteorologen endlich Regen. Im Kampf gegen die Flammen sind in British Columbia mehr als 5.000 Feuerwehrleute eingesetzt, darunter 1.740 Soldaten.

Im US-Staat Oregon rief Gouverneur Ted Kulongoski im Kampf gegen die ausufernden Waldbrände am Freitagabend den Notstand aus. Damit kann auch die Nationalgarde bei der Feuerbekämpfung eingesetzt werden. Zwei Flammenwalzen im Deschutes National Forest in der Mitte des Staates überwanden Brandsperren und bewegten sich weiter auf den Ort Camp Sherman zu.

Die beiden Brände erfassten bis Freitag eine Fläche von knapp 10.000 Hektar und haben sich damit gegenüber dem Vortag mehr als verdoppelt. Einige abgelegene Häuser an einem See und entlang einer Straße in das Hoodoo-Skigebiet wurden ein Raub der Flammen.

Auch im US-Staat Montana war noch keine Entspannung in Sicht. Drei Dutzend größere Feuer brannten weiter. Mehr als 160.000 Hektar Wald fielen in dem Staat bereits den Flammen zum Opfer. Das Verteidigungsministerium in Washington kündigte die Entsendung von 560 Soldaten von Fort Hood in Texas an, die bei der Brandbekämpfung helfen sollen.

Auch im Shoshone National Forest im Staat Wyoming breitete sich ein Waldbrand immer schneller aus. Die Flammen erfassten bis Freitag eine Fläche von 5.800 Hektar. Noch wenige Tage zuvor waren es erst acht Hektar gewesen.(APA/AP)

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