Kelly-Affäre: Beweismaterial im Internet veröffentlicht

24. August 2003, 12:19
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Zuständiger Lordrichter Hutton wollte für Nachforschungen zum Selbstmord des britischen Waffenexperten möglichst viel Öffentlichkeit

London - Sämtliches bisher vorgelegte Beweismaterial aus der richterlichen Untersuchung der Affäre um den britischen Waffenexperten David Kelly kann seit Samstagnachmittag im Internet nachgelesen werden. Der Ausschussvorsitzende, Lordrichter Brian Hutton, begründete die ungewöhnliche Veröffentlichung der rund 950 Dokumente damit, seine Nachforschungen so öffentlich wie möglich zu gestalten.

In der kommenden Woche sollen Premierminister Tony Blair und Verteidigungsminister Geoff Hoon als Zeugen gehört werden. Dabei geht es um den Vorwurf in einem BBC-Bericht, die Regierung habe ein im September 2002 vorgelegtes Dossier über die Massenvernichtungswaffen des Irak "aufgebauscht". Der Waffenexperte David Kelly hatte sich Mitte Juli das Leben genommen, nachdem sein Name als Quelle für den BBC-Bericht in den Medien erschienen war. Der ehemalige UNO-Waffeninspektor war als Berater im Verteidigungsministerium tätig.

Die teilweise geheimen Dokumente waren dem Ausschuss von der Regierung, der BBC, Zeitungen und Parlamentsausschüssen vorgelegt worden. Hutton will seine Nachforschungen über die Hintergründe der Affäre voraussichtlich Ende September abschließen.(APA/dpa)

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