Vieira de Mello als "Held der UNO" gewürdigt

24. August 2003, 23:25
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UN-Generalsekretär Annan und Brasiliens Präsident Lula bei Totenwache für getöteten Menschenrechtskommissar

Rio de Janeiro - UNO-Generalsekretär Kofi Annan und der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva haben unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen Abschied von dem bei einem Anschlag getöteten Irak-Sonderbeauftragten Sergio Vieira de Mello (55) genommen. "Vieira de Mello war ein Held der Vereinten Nationen", würdigte Annan am Samstag in einer Rede bei der 24-stündigen Totenwache im Rathaus von Rio de Janeiro seinen Freund und engen Mitarbeiter. Die Antibomben-Einheit der Polizei der brasilianischen Metropole hatte laut Medien vor Beginn der Trauerfeier das Rathaus "gründlich durchsucht".

Annan würdigt de Mello

"Wir beklagen den Tod eines teuren Freundes, eines geliebten Sohnes Brasiliens und eines großen Dieners der Vereinten Nationen", sagte Annan bei der Zeremonie. Zahlreiche Völker auf fast allen Kontinenten, allen voran die Osttimoresen, würden sich nun an Vieira de Mello erinnern als einen Menschen, der für sie da gewesen sei, als sie ihn am dringendsten gebraucht hätten. Er habe menschliches Leid gelindert und sei ein Verfechter der Menschenrechte gewesen. Seine Arbeit im Irak sei jedoch unvollendet geblieben. Die UNO-Mitarbeiter müssten ihre Arbeit nun erhobenen Hauptes fortsetzen.

"Ich bin hierher geflogen, um einem engen Freund und Arbeitskollegen die letzte Ehre zu erweisen, einem Mann des Friedens, der der Welt so viel gegeben hat und dennoch von uns gerissen wurde", hatte Annan schon nach der Ankunft in Rio gesagt. Die UNO-Arbeit im Irak werde fortgesetzt. Vieira de Mellos letzter Wille sei es gewesen, dass die UNO sich nicht aus dem Irak zurückziehe. "Lasst uns das respektieren." Die Vereinten Nationen könnten "nicht akzeptieren, dass Sergio zu diesem Zeitpunkt" habe sterben müssen. "Sergio, mein Freund, du bist in den Pantheon der Helden eingetreten, dass wir wünschten nicht zu haben. Du wirst für immer zwischen unseren hellsten Sternen leuchten", waren die Worte des UNO-Generalsekretär an den Verstorbenen.

"Männder wie Sergio sterben nicht"

In einer kurzen Ansprache sagte Präsident "Lula" tief gerührt: "Männer wie Sergio sterben nicht. Sie üben die Solidarität irgendwo anders aus." Auch die 83-jährige Mutter Gilda des UNO-Diplomaten, seine französische Witwe und die zwei Kinder des Ehepaares nahmen an der Zeremonie teil. Vieira de Mellos Sarg war in eine brasilianische Flagge gewickelt und zentral aufgebahrt. Der Leichnam des brasilianischen Diplomaten soll nach den Trauerfeiern auf Wunsch seiner Familie am Montag auf dem Friedhof von Thonon-les-Bains in Frankreich bestattet werden. Die Familie hat in Thonon-les-Bains (Haute-Savoie) am Genfer See nahe der Schweizer Grenze ihren Wohnsitz.

Trauerfeier unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die für Sonntagabend angesetzte Trauerfeier findet auf Wunsch der Familie Vieira de Mello unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Medien statt. Das Flugzeug mit dem Leichnam war am Samstagmorgen auf dem Militärteil des Internationalen Flughafens von Rio gelandet. Die aus Bagdad kommende Maschine der brasilianischen Regierung hatte in Genf eine Zwischenlandung gemacht. Dort waren die Witwe und die beiden Söhne des Paares zugestiegen.

Bei dem Bombenanschlag auf das UN-Hauptquartier am vergangenen Dienstag waren neben Vieira de Mello weitere 22 Menschen getötet und mehr als hundert verletzt worden. Am Samstag nahmen die UNO-Mitarbeiter ihre Arbeit in Bagdad wieder auf. Vieira der Mello hatte das Amt des Irak-Sonderbeauftragten im Juni für nur vier Monate übernommen und wollte danach wieder seiner Arbeit als UNO-Hochkommissar für Menschenrechte nachgehen.(APA/dpa/AP)

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    Der brasilianische Präsident Lula da Silva und UN-Generalsekretär Kofi Annan nahmen an der Trauerfeier der Familie von Sergio de Mello für den getöteten UN-Sonderbeauftragten für den Irak teil.

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