Struck: Ex-Geiseln sollen Medienhonorare dem Staat geben

25. September 2003, 17:18
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Deutscher Verteidigungsminister: Bundeswehr half seit Ostern bei Geiselsuche

Berlin - Die deutsche Bundeswehr war nach Aussage von Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) an der kostspieligen Befreiungsaktion der Sahara-Geiseln beteiligt. "Wir waren seit Ostern an der Operation in Algerien und zuletzt in Mali mit Kräften der Bundeswehr beteiligt", sagte Struck der "Welt am Sonntag". "Die Kosten sind enorm." Er forderte die befreiten Sahara-Touristen auf, keinen Profit aus der Geiselnahme zu ziehen, "sondern die Honorare für Fotos und Geschichten dem Staat zur Verfügung zu stellen."

Struck bekräftigte, das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr von jetzt 450 auf rund 1000 Soldaten aufzubauen. Diese würden für schwierige Aufgaben gebraucht, etwa zur Befreiung deutscher Staatsbürger.

Die Sahara-Touristen waren am Mittwoch nach sechs Monaten zäher Verhandlungen nach Deutschland zurück gekehrt. Am Freitag hatte sich die Salafisten-Organisation für Gebet und Kampf (GSPC), eine Gruppe algerischer Moslem-Extremisten, in Algier in einem Schreiben an Journalisten zur Entführung der insgesamt 32 europäischen Sahara-Touristen bekannt. Der Vizekommandant der Gruppe, Amari Saifi, erklärte darin, die GSPC habe bewiesen, dass "sie zuschlagen kann, wann und wo immer sie will".

In dem Bekenner-Schreiben wird jedoch kein Bezug auf Lösegeldzahlungen genommen. Unbestätigten Berichten zufolge soll die deutsche Bundesregierung fünf Millionen Dollar Lösegeld gezahlt haben. Eine erste Gruppe von Geiseln, unter ihnen zehn Österreicher, war schon Mitte Mai freigekommen.(APA/Reuters)

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