Drei britische Soldaten in Basra getötet

24. August 2003, 23:25
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Granate auf Militärfahrzeug abgefeuert - Auch irakische Zivilisten verletzt - Britische Armee spricht von Guerillaangriff

London/Basra - Bei einem Guerillaangriff in der südirakischen Stadt Basra sind am Samstag drei britische Soldaten getötet und ein weiterer verwundet worden. US-Soldaten erschossen im Norden des Landes zwei turkmenische Iraker, die das Feuer auf sie eröffnet hatten. UN-Mitarbeiter nahmen am Samstag in Zelten in der Nähe ihres zerstörten Amtssitzes in Bagdad ihre Arbeit wieder auf. Spanien ist Ende Oktober Gastgeber einer Wiederaufbaukonferenz.

Britische Armee spricht von "Guerillaangriff"

Der britische Armeesprecher, Hauptmann Hisham Halawi, bezeichnete den Angriff im Zentrum von Basra als Guerillaangriff. Nähere Einzelheiten nannte er nicht. Augenzeugen berichteten, die Soldaten seien in einem Geländewagen unterwegs gewesen und von Männern von der Ladefläche eines Kleinlastwagens aus mit automatischen Waffen beschossen worden.

Der Vorfall

Auch eine Handgranate sei auf das Fahrzeug geworfen worden, berichtete ein BBC-Reporter. Unmittelbar nachdem das Militärfahrzeug das Hauptquartier der britischen Armee in Basra verlassen habe, sei es von einem Zivilfahrzeug verfolgt worden. Nach dem Beschuss krachte das Fahrzeug gegen eine Mauer. Der BBC-Reporter berichtete, das Militär habe sofort Straßenblockaden errichtet und zahlreiche Fahrzeuge nach Waffen durchsucht. Bei dem Zwischenfall sollen nach BBC-Angaben auch mehrere irakische Zivilisten verletzt worden sein.

Großbritannien evakuiert Botschaft in Bagdad

Zuvor wurde berichtet, Großbritannien habe seine Botschaft in Bagdad nach einer "glaubhaften Drohung" eines Anschlags evakuiert. Wie ein Sprecher des Außenministeriums in London in der Nacht zum Samstag nach britischen Medienangaben bestätigte, würden sich Diplomaten und Mitarbeiter jetzt im Hauptquartier der von USA und Großbritannien geführten Koalition aufhalten. Dieses Gelände werde schwer bewacht, hieß es.

Die Evakuierung sei am Mittwoch erfolgt, einen Tag zuvor waren bei einem verheerenden Bombenanschlag auf die Vereinten Nationen in Bagdad 23 Menschen getötet worden. Großbritannien hatte seine Botschaft in Irak im Mai wieder eröffnet.

Elf britische Soldaten seit 1. Mai im Kampf getötet

Seit dem offiziellen Ende der Hauptkampfhandlungen im Irak am 1. Mai wurden damit elf britische Soldaten im Kampf getötet. Zuletzt war am 14. August ein britischer Soldat getötet worden, als ein Militärkrankenwagen beschossen wurde. Seit Beginn des Irak-Krieges wurden bis Samstag 273 amerikanische, 48 britische und ein dänischer Soldat getötet.

Irak-Konferenz Ende Oktober in Madrid

Die Konferenz für den Irak unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen wird am 24. Oktober in Madrid stattfinden, wie das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) am Freitag in New York mitteilte. Dabei geht es vor allem um die Finanzierung des Wiederaufbaus des Iraks, für den Milliarden von Dollar notwendig sind. Ein Vorbereitungstreffen in Brüssel ist für den 3. September geplant. Zu der Konferenz in Madrid wird US-Außenminister Colin Powell erwartet.(APA/AP/dpa/Reuters)

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