Konflikte im Netz, Frieden in Aktion

22. August 2003, 20:23
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Koreakrieg, Vietnamkrieg. Und Golfkrieg, Irakkrieg, Auseinandersetzungen auf dem Balkan, in Tschetschenien, in afrikanischen Staaten: Von denen weiß man; sie liegen auch nicht lange zurück. Und Konflikte in Lateinamerika, in Asien - aber sind bzw. waren das Kriege? Oder "nur"Aufstände, Guerilla-Aktionen, Revolten, Strafexpeditionen, Bandenfehden? Es gibt Institutionen, die die Geschehnisse dokumentieren, andere versuchen, Alternativen zu entwickeln. Einige Beispiele:

Die Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) an der Universität Hamburg stellt auf der Internetseite www.akuf.de ihr Archiv zum weltweiten Kriegsgeschehen seit 1945 der Öffentlichkeit zur Verfügung. Bis Ende der 90er Jahre wurden hier 217 Kriege registriert und kompakt geschildert. Es finden sich Daten und Analysen u.a. zur genauen Kriegsdauer, zu den Konfliktparteien, Opfern und Ergebnissen eines jeden Krieges. Als Teilübersicht seien die Kriege und bewaffneten Konflikte allein in Lateinamerika zwischen 1945 und 2000 angeführt:
Argentinien (1968-1977); Falkland/Malvinas-Krieg (Argentinien/Großbritannien) (1982); Bolivianische Revolution (1946-1952); Costa Rica (1948); Costa Rica (Zweiter Umsturzversuch) (1955); Dominikanische Republik (1965); Peru/Ecuador (1981); Ecuador/Peru (1995); El Salvador/Honduras ("Fußballkrieg") (1969); El Salvador (1981-1992); Grenada-Invasion (Operation Urgent Fury) (1983); Guatemala (Operation Success) (1954); Guatemala (1962-1968); Guatemala (II) (1980-1996); Haiti (1993-1994); Kolumbien (Violencia) (1949-1957); Kolumbien (M-19) (1974-1990); Kolumbien (FARC) (1964- ); Kolumbien (ELN) (1965-); Kubanische Revolution (1956-1959); Kuba (Schweinebuchtinvasion) (1961); Mexiko (Chiapas) (1994-1995); Mexico (EPR) (1996-2000); Mexico (Chiapas) (1995-2000); Nicaraguanische Revolution (1977-1979); Nicaragua (Contra-Krieg) (1981-1990); USA/Panama (1989); Paraguay (1947); Peru (Guerilla-Aufstand des MIR und des ELN 1965) (1965-1966); Peru (Sendero Luminoso) (1980-1997 ); Peru (MRTA) (1987-1994); Ecuador/Peru (1995) Peru (Sendero Luminoso) (1997-1999); Surinam (Dschungelkrieg) (1986-1989); Venezuela (1963-1967).

Im spanischen Castellón gibt es den UNESCO-Lehrstuhl für Philosophie des Friedens und Studien in Entwicklung und Zusammenarbeit. Das Masters-Programm ist laut eigenem Anspruch breiter angelegt als die verbreitete Forschung zu Konfliktlösungsstrategien. Im Jahr 2002/03 waren ca. 60 Teilnehmer aus fast 40 verschiedenen Ländern im Programm eingeschrieben. www.epd.uji.es

In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk für Friedensstudien rund um die Universität Castellón und mit der Tiroler Landesregierung führt die Universität Innsbruck seit 2001 einen Universitätslehrgang für Frieden, Entwicklung, Sicherheit und Internationale Konflikttransformation durch (entwickelt nach den Bologna-Richtlinien der EU); ebenfalls mit Master's Degree; ab 2004 erweitert durch die Bereiche Sicherheit und praktische Feldtrainings-Komponenten. Infos beim Programmdirektor:
wolfgang.dietrich@uibk.ac.at

Sieben Alumni von Castellón haben dieser Tage in Wien den Verein Peace In Action gegründet. Ziel: junge ExpertInnen in einem Netzwerk zusammenzufassen und eine Verbindung zwischen akademischem Feld und Praxis herzustellen. www.peaceinaction.net ist ab Mitte September online. mf []

Wo man sich informieren, wo man umlernen kann
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