Hamas-Aktivisten fordern Vergeltung

24. August 2003, 15:54
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Zehntausende bei Begräbnis von liquidiertem Hamas-Führer Shanab - Rundfunk: Israel setzt geplante Angriffe gegen mutmaßliche Extremisten aus

Gaza - Zehntausende Palästinenser haben am Freitagnachmittag den Führer der radikalen Hamas-Organisation Ismail Abu Shanab zu Grabe getragen, der am Donnerstag bei einem israelischen Raketenangriff in Gaza getötet worden war. Unter den etwa 100.000 Demonstranten waren auch mehrere Hundert schwer bewaffnete und vermummte Hamas-Aktivisten, die immer wieder in die Luft schossen und laut nach Vergeltung riefen.

Mit Shanab wurden seine beiden Leibwächter beerdigt, die bei dem gezielten Angriff ebenfalls getötet wurden. Der Gründer der Hamas, Scheich Ahmed Yassin, begleitete den endlosen Trauerzug auf einem offenen Wagen. Bei einem der getöteten Leibwächter handelte es sich um den Schwiegersohn Yassins.

"Wir begraben die Hudna (Waffenruhe) unter unseren Füßen. Niemand wird unseren Widerstand gegen die zionistische Besatzung stoppen können", sagte ein örtlicher Anführer der Organisation. Shanab galt als die Nummer drei in der Hierarchie der Hamas-Organisation und als politischer Führer nach Yassin. An der Beisetzung nahm auch die Nummer Zwei der Organisation, Abdel Aziz Rantisi, teil, den die israelische Armee Anfang Juni bei einem Raketenangriff leicht verletzt hatte.

Rundfunk: Israel setzt geplante Angriffe aus

Um die explosive Lage nicht weiter zu eskalieren, habe die israelische Armee am Freitag die geplanten Angriffe gegen mutmaßliche Extremisten ausgesetzt, berichtete der israelische Rundfunk.

Zuvor hatte ein ranghoher israelischer Vertreter am Freitag der Nachrichtenagentur AFP in Jerusalem erklärt, die israelische Armee werde "ohne Gnade gegen die Terroristen vorgehen". Die Aktionen richteten sich sowohl gegen die Drahtzieher von Anschlägen als auch gegen diejenigen, die sie ausführten. Nach Berichten des israelischen Rundfunks könnte die Armee in den kommenden Tagen vor allem weitere Schläge gegen die radikale Palästinenserorganisation Hamas führen.(APA/dpa)

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