Forschungsfonds gegen "überhastete Reform"

29. August 2003, 20:06
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Präsidenten von FWF und FFF üben Kritik an Vorstoß der Regierung und wollen Ergebnisse der Evaluierung abwarten

Alpbach - Kritik an den Plänen von Infrastrukturminister Hubert Gorbach (F) und Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V), die Neuordnung der Forschungsförderungslandschaft bereits in den nächsten Wochen - und damit vor Abschluss der derzeit laufenden internationalen Evaluierung der beiden Forschungs-Fonds FWF und FFF - zu realisieren, übten am Freitag die beiden Fonds-Präsidenten Günther Krippner (FFF) und Georg Wick (FWF). Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Minister "mit einer überhasteten Reform die von Gorbach selbst beauftragte, rund 400.000 Euro teure Evaluierung unterlaufen wollen", heißt es in einer am Freitagnachmittag am Rande der Alpbacher Technologiegespräche veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme der Fonds-Präsidenten.

Gorbach und Gehrer hatte am Donnerstag in Alpbach angekündigt, "in den nächsten Wochen" einen gemeinsamen Vorschlag zur "Neuordnung der riesig zersplitterten Förderlandschaft" vorlegen zu wollen.

Wick und Krippner begrüßen dieses Angebot zum Dialog, das gegenüber allen bisherigen Reformvorstößen aus den technologieverantwortlichen Ministerien, die stets ohne Einbeziehung der Betroffenen unternommen wurden, eine wesentliche Verbesserung darstelle. Voraussetzung für den Dialog sei, dass die Gespräche "zu einem Zeitpunkt erfolgen, zu dem die Reformrichtung noch nicht durch ministerielle Entscheidungen präjudiziert ist". Der Dialog könne auch nur auf Basis der Erkenntnisse internationaler Experten geführt werden, die derzeit die beiden Fonds evaluieren. Diese umfassende Analyse der Fondstätigkeit sollte ja gerade objektive Ansatzpunkte für eine Neuausrichtung aufzeigen, meinen die Fonds-Chefs. (APA)

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