Google und die NSA: Mails belegen Sicherheitskooperation

7. Mai 2014, 12:42
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Allerdings keinerlei Hinweise auf Spionagezusammenarbeit - Zeigt zwiespältige Rolle des Geheimdienstes

Seit Beginn der NSA-Affäre steht die Behauptung im Raum, dass große US-amerikanische IT-Unternehmen jahrelang eine enge Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst gepflegt haben. Im Rahmen des Prism-Programms sollen dabei weit über den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen hinaus Informationen weitergeben worden sein.

Angriffe

Stichhaltige Belege für diese Behauptung wurden bislang allerdings nicht nachgereicht. Stattdessen verdichteten sich mit der Zeit die Hinweise darauf, dass die NSA in Kombination mit dem britischen GCHQ einiges dazu tat, die Sicherheitsmaßnahmen der Unternehmen zu unterwandern. Das Anzapfen von privaten Datenkabeln zwischen den Rechenzentren von Google, Yahoo und Co. stellte hier nur einen Höhepunkt dar - und zwar einen, der bei den betroffenen Unternehmen für ungewöhnlich deutlich vorgetragene Empörung sorgte.

"Beleg"

Nun will der Nachrichtensender Al Jazeera allerdings den Beweis dafür gefunden haben, dass es zumindest zwischen Google und der NSA sehr wohl eine enge Zusammenarbeit gab. Dabei beruft man sich auf eine Reihe von Mails, die man mittels des US-amerikanischen "Freedom of Information Act" erhalten hat.

Schutz

Tatsächlich handelt es sich dabei um direkte Kommunikation zwischen Google und der NSA, den Beweis für eine geheime Spionagekooperation sucht man bei genauerer Betrachtung allerdings vergeblich. Viel mehr geht es in den Mails um punktuelle Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen. Dies mit dem Ziel, die Infrastruktur der Firmen besser vor Angriffen zu schützen - eigentlich eine der Kernaufgaben des Geheimdiensts.

Programm

Konkret wird dabei etwa das "Enduring Security Framework"-Programm genannt, in dem auch andere Unternehmen wie Apple, AMD, Dell und Intel engagiert sind. Bei einem der Treffen sei es beispielsweise um Sicherheit auf mobilen Geräten gegangen und die Frage, wie diese gemeinsam verbessert werden könne.

Problematisch

Insofern zeigt der Mailaustausch vor allem auf, wie hochproblematisch die Verknüpfung unterschiedlicher Aufgaben innerhalb der NSA ist. Während es die Aufgabe eines Teils des Geheimdiensts ist, sicherere Systeme zu entwickeln, um US-Unternehmen vor Regierungs- und Wirtschaftsspionage zu schützen, arbeitet der andere aktiv daran, jegliche Sicherheitsmaßnahmen auszuhebeln. (red, derStandard.at, 7.5.2014)

  • Google-Chef Larry Page.
    foto: john g. mabanglo /epa

    Google-Chef Larry Page.

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