Michael Baur folgt Hütter als Grödig-Trainer

7. Mai 2014, 17:29
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Tiroler war bis November 2013 Coach bei Regionalligist Anif - Baur: "Ich will einen offensiv ausgerichteten Fußball spielen"

Grödig -  Letztlich hat es Michael Baur deutlich besser getroffen als Michael Streiter. Mit seinem ehemaligen Vereinskollegen hatte der 45-jährige Innsbrucker vor wenigen Wochen noch um den Trainerposten bei Wacker Innsbruck konkurriert. Während der Rekordspieler von Wacker jetzt mit den Tirolern absteigen muss, ereilte die Nummer zwei unter den Dauerbrennern der gesamten Bundesliga der Ruf des SV Grödig.

Baur wird Nachfolger von Adi Hütter, der mit Saisonende Grödig verlässt und bei Meister Red Bull Salzburg ein Thema ist.

"Wir wollten eine österreichische Lösung, einen jungen, dynamischen Trainer, der den Weg, den wir eingeschlagen haben, fortführt. Er passt genau in das Anforderungsprofil, das wir wollen", sagte Grödig-Manager Christian Haas, der mit fünf Kandidaten Gespräche geführt hatte. "Er kann und will mit jungen Spielern arbeiten, das hat er in Anif schon gemacht."

Auch Hütter, der Grödig in die Bundesliga geführt hatte, sprach sich für seinen ehemaligen Nationalteamkollegen aus. "Ich gratuliere dem Verein und Adi Hütter zu dieser Saison, es ist eine Ehre und Herausforderung, in seine Fußstapfen zu treten", sagte Baur, dessen Vertrag in Grödig vorerst für zwei Jahre läuft.

Visionär

"Ich will einen offensiv ausgerichteten, attraktiven Fußball spielen. Wir wollen agieren, nicht reagieren, die Mannschaft soll am Platz zeigen, dass wir bestimmen wollen", sagte der ehemalige Abwehrspieler, der mit 566 Einsätzen hinter Heribert Weber (573) die Nummer zwei in der ewigen Bundesliga-Einsatzstatistik ist.

Dass einige Stammspieler des Tabellenvierten, der mit der punktegleichen Austria am Sonntag noch um einen Europacup-Platz kämpft, im Sommer weggehen könnten, ist Baur bewusst. "Uns muss es gelingen, junge, hungrige Spieler an Land zu ziehen, die spielen wollen."

Arbeiter

Sein erstes Training wird er am 10. Juni leiten. Der "Alpen-Baresi", wie Ernst Happels Entdeckung Baur ob seines gepflegt routinierten Abwehrspiels in Innsbruck scherzhaft genannt wurde, fühlte sich bei seiner Vertragsunterzeichnung "wie vor 25 Jahren, als ich mit 19 den Vertrag bei Tirol unterschrieben habe. Es wartet harte Arbeit auf mich, aber ich habe inzwischen ein bisschen Erfahrung gesammelt und kann aus meiner aktiven Karriere als Spieler einiges mitnehmen. Ich bin immer für Arbeit gestanden, das wird auch in Zukunft so sein", sagte Baur, der sein Trainerteam noch zusammenstellen muss.

Die Zielsetzung der Grödiger in der kommenden Saison ist bereits klar. "Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben, unser Ziel ist das gesicherte Mittelfeld. Sollte uns mehr gelingen, warum nicht", meinte Haas. "Wenn ich sehe, mit welcher Leidenschaft die Mannschaft am Werken ist, ist mir für die Zukunft nicht bange", sagte Baur. (APA/red, 7.5.2014)

  • Michael Baur ist als Trainer zurück in der Bundesliga.
    foto: apa/gindl

    Michael Baur ist als Trainer zurück in der Bundesliga.

  • Manager Haas und die gut gelaunte "österreichische Lösung".
    foto: apa/gindl

    Manager Haas und die gut gelaunte "österreichische Lösung".

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