Syrische Rebellen beginnen Abzug aus Homs

Video7. Mai 2014, 10:49
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Stadt galt lange als Hochburg der Aufständischen - Tourismusminister will wieder Besucher nach Homs locken

Damaskus - Syrische Rebellen haben die belagerte Altstadt von Homs nach zwei Jahren verlassen. Das Gebiet wurde zu einem Symbol für den Widerstand gegen Präsident Bashar al-Assad. Arabische Medien meldeten unter Berufung auf Oppositionelle, die ersten drei Busse mit 120 Kämpfern und Zivilisten seien am Morgen in Richtung Norden weggefahren.

Die Rebellen hatten zuvor eine Vereinbarung über eine lokale Waffenruhe mit dem Regime getroffen. Teil der Vereinbarung ist dem Vernehmen nach auch die Freilassung von gefangenen Assad-Anhängern durch die Rebellen. Nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter sollen die Rebellen auch ihre Blockade der beiden schiitischen Ortschaften Nebl und Al-Sahra in der Provinz Aleppo lockern.

Das Video zeigt die Ankunft der Rebellen nördlich von Homs.

In den Altstadt-Vierteln, die von den Regierungstruppen mehr als zwei Jahre lang belagert worden waren, hatte es zuletzt kaum noch Nahrungsmittel und medizinische Hilfe gegeben. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana bezeichnete den Abzug der Rebellen als ersten Schritt auf dem Weg zur Versöhnung in der Stadt. Die US-Regierung hatte dem Regime mehrfach vorgeworfen, es hungere die Bevölkerung in den von Rebellen kontrollierten Gebieten als Teil seiner Kriegstaktik aus.

  Busse befördern Rebellen aus der Stadt.

Der syrische Toursimusminister Bishar Jasigi will unterdessen nach Angaben der staatliche Nachrichtenagentur Sana den Tourismus in Homs wiederbeleben: Er versprach Programme, Projekte und neue Investoren, um Touristen wieder in die Region zu locken. Auch der Gouverneur der Stadt, Talal al-Barazi, zeigt sich optimistisch: "Dank der Opfer der syrischen Armee kann das Leben in die Provinz zurückkehren und der Tourismus wiederbelebt werden", sagte al-Barazi. "Wadi al-Nadara ist eine Touristengegend par excellence", fügte er hinzu und sagte, dass bereits verschiedene Touristenwochen in Planung seien.

In Syrien tobt seit mehr als drei Jahren ein Aufstand gegen Assad, der sich zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet hat. Nach Angaben der Opposition wurden bisher mehr als 150.000 Menschen getötet, Millionen Menschen sind auf der Flucht. Ob angesichts der anhaltenden Gewalt tatsächlich der Tourismus wiederbelebt werden kann, ist daher fraglich. (APA, 7.5.2014)

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