Twitter-Aktie rauscht 18 Prozent in die Tiefe

7. Mai 2014, 09:29
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Niedrigster Stand seit dem Börsengang im November vergangenen Jahres - Die Nutzerzahl von Twitter wächst in den Augen vieler Börsianer zu langsam

San Francisco - Der Aktienkurs von Twitter ist eingebrochen, nachdem frühe Investoren und Mitarbeiter am Dienstag ihre Anteilsscheine verkaufen durften. Bis zum Börsenschluss in New York verlor das Papier annähernd 18 Prozent an Wert auf 31,85 Dollar. Das ist der niedrigste Stand seit dem Börsengang im November vergangenen Jahres. Nachbörslich rutschte der Kurs weiter ab.

Im regulären Handel an der New Yorker Börse wechselten zehnmal so viele Twitter-Aktien den Besitzer wie an einem durchschnittlichen Tag. Hintergrund ist der Ablauf einer Haltefrist für Alteigentümer ein halbes Jahr nach dem Börsengang. Die Mitgründer Jack Dorsey und Evan Williams sowie Firmenchef Dick Costolo hatten jedoch erklärt, ihre Anteile bis auf Weiteres behalten zu wollen.

Nutzerzahl wächst zu langsam

Twitter hatte seine Aktien im November für 26 Dollar das Stück verkauft. Der Kurs kletterte sofort nach dem Handelsstart und knackte am Zweiten Weihnachtstag die Marke von 73 Dollar. Seitdem geht es abwärts, weil die Nutzerzahl von Twitter in den Augen vieler Börsianer zu langsam wächst. Erst in der Vorwoche hatte die Aktie nach der Präsentation des Geschäftsberichts für das erste Quartal kräftig eingebüßt.

Twitter kam zuletzt auf 255 Millionen Nutzer im Monat. "Es gibt nur wenige Unternehmen, die diese Reichweite haben", sagte Firmenchef Costolo nach der Vorlage der Geschäftszahlen in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Twitter konnte von Januar bis März 14 Millionen Nutzer hinzugewinnen. Verglichen mit Rivalen wie Facebook ist es wenig. Facebook hatte im gleichen Zeitraum rund 50 Millionen Leute neu angelockt und kam zuletzt auf 1,28 Milliarden Nutzer im Monat. Die Nachrichten-App WhatsApp übersprang jüngst die Schwelle von einer halben Milliarde Nutzer. Facebook ist gerade dabei, WhatsApp zu kaufen.

Aktive Nutzer

Twitter-Chef Costolo versicherte, dass die frisch hinzugekommenen Nutzer genauso aktiv seien wie diejenigen, die schon länger dabei sind. Die Zahl der Nutzer und die Häufigkeit der Nutzung sind wichtig für Twitter. Von der Reichweite hängt es ab, wie attraktiv der Dienst für Werbekunden ist. Und Anzeigen sind die größte Einnahmequelle. 80 Prozent der Werbeeinnahmen stammen von Anzeigen auf Smartphones.

Zuletzt hatte Twitter seine Anstrengungen im Werbegeschäft erhöht. Der Quartalsumsatz lag bei 250 Mio. Dollar und damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet das Management nun mit bis zu 1,25 Mrd. Dollar. Die bisherige Prognose lag bei maximal 1,2 Mrd. Dollar. (APA/red, derStandard.at, 07.05.2014)

  • Die Twitter-Aktie schmiert ab.
    foto: reuters/brendan mcdermid

    Die Twitter-Aktie schmiert ab.

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