Rewe gegen EU-US-Freihandelsabkommen

7. Mai 2014, 08:09
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Offener Brief an die österreichischen Abgeordneten im Europäischen Parlament - Einladung von Zivilgesellschaft und Handel zu rundem Tisch

Köln - Nun hat sich auch ein einflussreicher Vertreter der Wirtschaft ausdrücklich gegen das EU-US-Freihandelsabkommen geäußert. "Die zuletzt bekannt gewordenen Entwürfe lassen leider befürchten, dass die hohe Qualität österreichischer Lebensmittel durch das Abkommen gefährdet werden könnte" schreibt Rewe-Chef Frank Hensel am Dienstag in einem offenen Brief an die österreichischen EU-Abgeordneten.

"Es ist aus unserer Sicht unbedingt notwendig, sicher zu stellen, dass österreichische und europäische Umwelt- und Sozialstandards keinesfalls gesenkt und eine Angleichung allenfalls an den höheren Standard ermöglicht werden darf", so Hensel weiter. "Die Auswirkungen eines Freihandelsabkommens wären besonders weitreichend und betreffen jeden Einzelnen. Umso weniger ist es akzeptabel, dass die Verhandlungen von der EU Kommission unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt werden. Diese Vorgehensweise führt zu einer massiven Verunsicherung der Österreicherinnen und Österreicher."

Transparenz gefordert

Hensel appelliert an die EU-Abgeordneten, "einen transparenten Entscheidungsprozess sicher zu stellen". Dazu müssten die heimische Landwirtschaft, Vertretern von Umwelt- und Konsumentenschutzorganisationen sowie der Handel einbezogen werden. Rewe International (u.a. Billa, Merkur, Penny, Adeg) lade die Zivilgesellschaft und weitere Vertreter des Lebensmittelhandels zu einem Runden Tisch ein, "um sich in dieser so wichtigen Frage gemeinsam zu engagieren".

Die Umweltorganisation Greenpeace nutzte den Brief um darauf zu verweisen, dass laut Studie der US-Agrarbehörde (United States Department of Agriculture/USDA) 80 Prozent der Äpfel am US-Markt mit Diphenylamin (DPA) kontaminiert seien. Rewe habe als Handelsunternehmen täglich Kontakt mit Klein- und Mittelbetrieben, Landwirten und Kunden und wisse daher, dass große Teile der Gesellschaft keine Kompromisse bei unseren Lebensmitteln zulassen werden, sucht Greenpeace den Schulterschluss mit der Handelsfirma.

Auch Global 2000 begrüßt die Initiative: "Dass nun auch erstmalig ein Vorstoß von eine Handelskette wie REWE Group gemacht wird, zeigt, dass es nicht nur für zivilgesellschaftliche Organisationen ein Anliegen ist, die hohen europäischen Umwelt- und Qualitätsstandards aufrecht zu erhalten", so Heidemarie Porstner, Agrarsprecherin der Umweltschutzorganisation Global 2000. "Die Einladung zum Runden Tisch ist für uns ein wichtiger Schritt in diese Richtung." (APA, 7.5.2014)

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