Obama fordert internationales Vorgehen gegen Boko Haram

7. Mai 2014, 10:14
53 Postings

USA entsenden Experten zur Suche nach entführten Schülerinnen

Washington/Abuja - Angesichts der Entführung von mehr als 200 Schülerinnen in Nigeria hat US-Präsident Barack Obama ein international abgestimmtes Vorgehen gegen die Islamistengruppe Boko Haram gefordert. Notwendig sei eine "internationale Mobilisierung" gegen diese "Terrororganisation", sagte Obama am Dienstag (Ortszeit) dem Fernsehsender ABC.

Polizei- und Militärexperten der USA wurden ihm zufolge nach Nigeria entsandt, um die entführten Mädchen zu finden. Boko Haram hatte sich am Montag zu der Entführung von mehr als 200 Schülerinnen in Nigeria bekannt. Die Mädchen waren vor drei Wochen aus ihrer Schule im Nordosten des Landes verschleppt worden. Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau kündigte in einem Video den "Verkauf", die "Versklavung" und die "Zwangsverheiratung" der Mädchen an. Am Dienstag wurde bekannt, dass mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer im Nordosten Nigerias am Sonntag acht weitere Mädchen entführt haben.

"Abscheuliches" Verbrechen

Dieses Verbrechen sei "abscheulich", sagte Obama ABC. Aber dies könne "das Ereignis sein, das hilft, die gesamte internationale Gemeinschaft dazu zu bringen, etwas gegen diese entsetzliche Organisation zu tun". Der US-Senat verurteilte in einer Resolution das Vorgehen der Islamisten. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte bei einem Besuch in Washington, das Schicksal der Mädchen habe "alle" entsetzt.

Die USA hätten nun bereits "ein Team nach Nigeria geschickt", sagte Obama. Es solle herausfinden, "wo diese Mädchen sein könnten, und ihnen Hilfe zu bringen". Die Gruppe bestehe aus Spezialisten von "Militär, Polizei und anderen Behörden". Auch Großbritannien sagte "praktische Hilfe" bei der Suche nach den Mädchen zu.

Angebot angenommen

Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan hat das Angebot der US-Regierung, bei der Suche nach über 200 von Islamisten entführten Schülerinnen zu helfen, offiziell angenommen. Jonathan habe dies bei einem Telefonat mit dem amerikanischen Außenminister John Kerry deutlich gemacht, hieß es am Dienstagabend in einer Mitteilung von Regierungssprecher Reuben Abati.

"Mr. Kerry hat Präsident Jonathan versichert, dass die USA sich dazu verpflichten, Nigeria alle nötige Unterstützung zu geben, um die entführten Mädchen zu retten und den Terror der Boko Haram zu einem Ende zu bringen", zitierte die Zeitung "Premium Times Nigeria" die Mitteilung.

Boko Haram kämpft seit fünf Jahren für einen islamistischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias und verübt regelmäßig Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Schulen und Kirchen. Etwa 1.500 Menschen wurden bei Angriffen allein in diesem Jahr bereits getötet. (APA, 7.5.2014)

Share if you care.