Erneut US-Rückrufaktion bei General Motors

6. Mai 2014, 18:17
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Wegen defekter Automatikschaltung zurück in die Werkstätten

Detroit - Die Qualitätsprobleme bei General Motors reißen nicht ab: Der US-Autobauer rief erneut rund 56.000 Fahrzeuge in die Werkstätten zurück, dieses Mal wegen fehlerhafter Automatikschalthebel. Aus an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA übermittelten Dokumenten ging am Dienstag hervor, dass Modelle der Limousine Saturn Aura aus den Jahren 2006 und 2007 betroffen seien.

Den Angaben zufolge besteht die Gefahr, dass bei den Autos das Schaltkabel zerbricht. Nach dem Anhalten könne der Fahrer den Schalthebel dann nicht mehr in die Park-Position stellen und den Schlüssel abziehen. Als Folge könne das Fahrzeug ins Rollen geraten und Passagiere verletzen, die aus dem Wagen aussteigen.

In den vergangenen Monaten hatte GM auf dem nordamerikanischen Markt 2,6 Millionen Autos aus den Jahren 2003 bis 2007 zurückgerufen. Bei den Fahrzeugen können die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten. Dies kann dazu führen, dass sich Airbags bei Unfällen nicht öffnen. Mit dem Konstruktionsmangel werden laut GM mehr als 30 Unfälle mit 13 Toten in Verbindung gebracht. Verbraucherschützer vermuten deutlich höhere Opferzahlen.

Da das Unternehmen schon lange von dem Problem wusste, leiteten der US-Kongress, das Justizministerium und die NHTSA Untersuchungen wegen möglicher Vertuschung und Fahrlässigkeit ein. Offenbar hatten Ingenieure bei General Motors bereits ab 2001 Kenntnis von den defekten Zündschlössern. In den USA wurden eine Reihe von Schadenersatzklagen gegen den Konzern eingereicht. Wegen diverser Rückrufaktionen legte der Konzern rund 1,3 Milliarden Dollar (etwa 940 Millionen Euro) zurück, der Gewinn im ersten Quartal schrumpfte dadurch um 85 Prozent. (APA, 6.5.2014)

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