Junges Theater in der Drachengasse: "X Jahre Kriegsfreiheit"

6. Mai 2014, 17:45
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Das Stück über die Generation Y hatte am Montag Uraufführung

Wien - Mit Generation Y (gesprochen und gemeint wie: why) bezeichnet die Soziologie jene jungen Menschen, die in den Achtzigerjahren geboren wurden und denen ausgerechnet durch die Lethargie des Wohlstands die gröbsten existenzielle Probleme erwachsen. Florist in Florenz oder Schuster in Schanghai: nichts scheint den "Millennials" heutzutage unmöglich zu sein.

Mit einem Stück über das daraus erwachsende Sinnlosigkeitsempfinden (eine Überforderung im Angesicht der scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten) hat der junge Autor Leon Engler im Vorjahr den Nachwuchswettbewerb des Theaters Drachengasse gewonnen. X Jahre Kriegsfreiheit hatte am Montag in der Regie von Michael Schlecht Uraufführung; und der Abend hatte nicht nur der Generation Y etwas zu sagen. In kleinen, überraschenden Manövern durchstreift das Dreipersonenstück die Innenwelt des Endzwanzigers Thazar (Steve Schmidt).

Dieser dümpelt in Gleichmut dahin, immer wieder provoziert von seinem Freund und Gänsemäster Kater (Wojo van Brouwer) und irritiert von Hilaria (Mira Tscherne), einer rätselhaften Partybekanntschaft. Ein diskussionswürdiger Schlüsselsatz lautet: "Es wird nicht besser, denn es ist schon gut." Küchenphilosophische Banalität wird dennoch klug umschifft. Der Abend bleibt unberechenbar. (Margarete Affenzeller, DER STANDARD, 7.5.2014)

Bis 17. Mai

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