Stadt Wien kämpft mit Stipendien gegen Braindrain

6. Mai 2014, 14:39
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15 Stipendien für Geistes-, Kultur und Sozialwissenschafter zugesagt

Wien - Die Stadt Wien will in Zukunft vermehrt auch Geistes-, Kultur und Sozialwissenschafter unterstützen: Mit der neuen Maria-Jahoda-Akademie werden ab sofort jährlich 15 Stipendien auf vier Jahre vergeben. "Damit wollen wir dem Braindrain entgegenwirken und verhindern, dass Wien zum intellektuellen Durchlauferhitzer wird", sagte Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) am Dienstag.

"Ein gutes Angebot"

Derzeit würde Wien jährlich rund 5.000 junge Wissenschafter verlieren - vor allem ausländische Studenten, die nach abgeschlossener Ausbildung wieder in ihr Heimatland zurückgehen. Das Jubiläumsjahr 2015 - neben der Uni Wien feiert heuer auch die Technische Universität Wien Geburtstag - habe man nun zum Anlass genommen, ein neues Förderprogramm einzurichten. "Mit diesen Stipendien für Post-Docs können wir Forschern ein gutes Angebot machen, damit sie in Wien bleiben", so Mailath-Pokorny beim Mediengespräch des Bürgermeisters.

Forschungsquote bei 3,5 Prozent

Neben dem Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) betreibt die Stadt Wien sechs weitere wissenschaftliche Förderungsfonds, die bisher laut Stadtrat Mailath-Pokorny insgesamt 28 Millionen Euro ausgeschüttet haben. 100 bis 150 Millionen Euro gehen jährlich in Forschung und Wissenschaften - vor allem über die Krankenanstalten. Damit habe Wien eine Forschungsquote von 3,5 Prozent. Zum Vergleich: Das EU-Ziel seien nur zwei Prozent, meinte der Wissenschaftsstadtrat.

"Wir fördern Projekte, nicht Institutionen - das ist nicht unsere Aufgabe, sondern die des Bundes", betonte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ). Die derzeit bekannten Details zum Bundesbudget in Sachen Wissenschaft und Forschung bezeichnete Mailath-Pokorny allerdings als zwiespältig und ambivalent. "Man müsste vor allem für die Sicherung der Finanzierung und gegen den Brain-Drain einiges tun", meinte er.

Entschärfungen im Fremdenrecht gefordert

Zudem wünschte er sich eine Reform des Stipendiensystems, das sozial gerechter und treffsicher werden müsse sowie Entschärfungen im Fremdenrecht. "Bei der Arbeit mit Spitzenkräften aus dem Ausland ist das immer noch ein Hemmschuh, wir haben trotz einer eigenen Abteilung immer noch Schwierigkeiten." (APA, 6.5.2014)

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