Facebook will "sinnvolle" Videowerbung

6. Mai 2014, 13:36
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Agenturen zahlen für Werbevideos eine Million Dollar täglich, die Kontrolle behält aber Facebook

Videowerbung auf Facebook: Eine zweischneidige Sache für das soziale Netzwerk, da einerseits enorme Summen lukriert werden können, zu viel oder nervtötende Clips aber auch einen Massenexodus an Nutzern auslösen können. Daher versucht das Team rund um Mark Zuckerberg momentan verzweifelt, die richtige Balance zwischen zufriedenen Werbekunden und glücklichen Nutzern zu finden.

Teuer und "sinnvoll"

Aktuell schlägt das Pendel jedoch eindeutig in Richtung Nutzerfreundlichkeit, wie das Wall Street Journal berichtet: Werbekunden zeigen sich über Facebooks Vorgehensweise empört. Sie müssen für einen kurzen Clip eine Million Dollar täglich an Facebook überweisen. Bevor das Video allerdings abgespielt wird, sind mehrere Hürden zu überwinden.

Nur nach Einladung

Zuerst muss der Werbekunde von Facebook zum Werben "eingeladen" werden, nur „ausgewählte" Marken erhalten die Gelegenheit. Anschließend sollen diese Konzepte für den Clip an Facebooks Kreativabteilung abliefern, wonach ein weiterer Auswahlprozess stattfindet. Dann finden noch empirische Untersuchungen statt, bei denen untersucht wird, wie Facebook-Nutzer auf die Werbung reagieren.

Genervte Werbeagenturen

Das verärgert Agenturen. "Wenn ich ein Marke bin und einen Scheck über 1 Million Dollar ausstelle, will ich absolute Kontrolle", so Zachary Treuhaft von der Agentur Grey gegenüber dem Wall Street Journal. Dabei ist der Effekt von Facebook-Videowerbung ohnehin umstritten: Das soziale Netzwerk testete vergangenen Dezember einmalig einen Trailer für den Film "Divergent", regulär sollen Werbeclips ab den kommenden Wochen laufen.

Abwarten

"Diese Art von Werbung macht vielleicht nur für jemanden Sinn, der an einem bestimmten Tag für Aufsehen sorgen möchte", so Kris Magel, der bei Interpublic für Werbeanzeigen zuständig ist. Andere Werbekunden möchten zuerst abwarten, wie wirkungsvoll die Facebook-Videos sind. Für einen Testversuch seien die Preise zu teuer und der Prozess zu mühsam. (fsc, derStandard.at, 6.5.2014)

  • Mit Werbevideos Geld verdienen, ohne Kunden zu vergraulen: Balanceakt für Facebook-Chef Mark Zuckerberg
    foto: reuters/galbraith

    Mit Werbevideos Geld verdienen, ohne Kunden zu vergraulen: Balanceakt für Facebook-Chef Mark Zuckerberg

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