Salzburger Weihbischof: "Homosexuelle sind eher Missbrauchstäter"

5. Mai 2014, 18:39
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Andreas Laun begründet Nein zum Adoptionsrecht für Homosexuelle mit einer höheren Gefahr des Kindesmissbrauchs

Salzburg - Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun ist schon mehrmals wegen seiner Ansichten in die Kritik geraten. Nun äußert sich der Weihbischof in seiner Kolumne "Klartext" auf dem Online-Portal "kath.net" zur Diskussion über ein Adoptionsrecht für Homosexuelle.

Jeder Mensch, der sachlich darüber nachdenke, könne nur zu einem klaren Nein in dieser Frage kommen, schreibt Laun. "Die Gefahr des Missbrauchs ist bei homosexuellen Menschen höher als bei Heterosexuellen", führt er als einen von mehreren Gründen an.

Der 71-Jährige begründet diesen Vorwurf damit, dass Homosexualität eine "Unterordnung im Bereich der Sexualität" sei und zu erwarten sei, "dass sich diese auch in einer anderen Richtung manifestieren kann, nicht muss, aber eben kann!" Im nächsten Satz stellt Laun fest, dass dies kein pauschales moralisches Urteil über Homosexuelle sei, sondern etwas über die "Wahrscheinlichkeit eines Missbrauchs" aussage. Wer Kinder zu einem homosexuellen Paar gebe, schaffe die "nächste Gelegenheit" zur Sünde, erklärt Laun.

"Frauenverachtend"

Zudem meint der Salzburger Weihbischof, ein Adoptionsrecht für Homosexuelle sei frauenverachtend. Die mütterliche Liebe könne nur eine Frau schenken, sie sei nicht nur eine Rolle, und darum nicht durch einen gleichgeschlechtlichen Partner ersetzbar. "Wer für Adoption von Kindern durch Homosexuelle redet, missachtet Frauen und damit auch seine eigene Mutter!", schreibt Laun.

Laun macht immer wieder mit umstrittenen Äußerungen von sich reden. In der Vergangenheit warnte er vor einer "Homosexualisierung der Gesellschaft" und zog Parallelen zwischen dem Islam und der "homosexuellen Ideologie". Im Jahr 2002 sprach sich Laun dagegen aus, Homosexuelle zum Priester zu weihen, da Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen "Versuchungen bezüglich Kindern" häufiger ausgesetzt seien.

"Nazi Geist" bei Abtreibungsgegnern

Zuletzt sorgte 2011 ein Sager des Weihbischofs bei der Gedenkveranstaltung der Salzburger Bücherverbrennung durch die Nazis für Aufregung. Er sprach von einer theoretisch möglichen Neuauflage von Hitlers "Mein Kampf". Dies würde verboten werden, erklärte Laun. Aber: Man müsse darüber reden, "mit welchen Mitteln man sich wehren darf - auch wenn man keine Verbrennung veranstalten würde". Launs Aussagen wurden vielerorts als Gleichsetzung der Bücherverbrennung mit dem Verbotsgesetz interpretiert.

Zudem erklärte Laun, dass er bereits eine Bücherverbrennung erlebt habe. Bei einer Demonstration gegen Abtreibungen sei ihm eine brennende Bibel vor die Füße geworfen worden. In den Menschen, die Bibeln verbrennen, habe der "Nazi-Geist" überlebt, schrieb der radikale Abtreibungsgegner in seiner Kolumne.

Loveparade Duisburg: "Strafe Gottes"

2010 rückte Laun das Unglück bei der Loveparade in Duisburg in die Nähe einer "Strafe Gottes". "Love-Parade ist kein 'harmloses Feiern' - Wenn Gott 'straft', tut er dies mit der Absicht, den Menschen zurückzuholen, Gott straft aus Liebe!", schrieb er damals in seiner Kolumne. (Stefanie Ruep, derStandard.at, 05.05.2014)

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