Nissan Juke Nismo: Die Härte im Frontkratzer

5. Mai 2014, 18:05
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Ein Test mit Sicherheitsnetz Rot auf schwarz: Der Nismo ist sozusagen die Samurai-Version des extravaganten Juke, er signalisiert Kampfbereitschaft.

Nismo steht bei Nissan für Muskeln. Deshalb hat der gleichnamige Juke ein aggressiveres Äußeres und frech ausgestellte Radkästen. Wie inzwischen viele SUVs gibt es den 200-PS-Juke nicht nur als Allradler, sondern auch mit Vorderradantrieb. Wie sich Letzterer fährt, das wollten wir noch herausfinden. Doch als wir den Test-Nismo ausfassen wollen, gab es eine kleine Überraschung. Der Frontkratzer hatte - äh: einen Kratzer in der Front. Eine nicht sehr berühmte, aber umso berüchtigtere Kollegin hat am Nismo ihrem Ruf alle Ehre gemacht.

Da wollten wir nicht hintanstehen und klein beigeben, sondern haben schlicht improvisiert. Eingedenk der Tatsache, dass man den Allrad-Nismo auch im 2WD-Betrieb fahren kann, haben wir einfach erst zum Allrad-Nismo und dann zum 2WD-Knopf gegriffen.

Muskel-Juke

Die Eckpfeiler des Muskel-Juke sind ja die gleichen: 200 PS aus einem 1,6-Liter-Turbo-Benziner. Das Lenkrad ist mit Rauleder-Einsätzen griffig und trägt auf zwölf Uhr eine rote Markierung. Es gibt neben dem Normal- auch einen Eco- und Sport-Modus, die Sitze sind komfortabel, bieten aber den Seitenhalt eines Schraubstocks. Der Nismo lässt optisch den Sportler klar heraushängen, verzettelt sich aber in Details.

Wie etwa beim Display vorn, auf der Höhe des Schaltknaufs. Es ist ein Farbenkastel, das man am besten von den Rücksitzen aus ablesen kann. Die Lenkung ist nicht ganz so sportlich, wie das Lenkrad verspricht, und auch wenn andere Hersteller deutlich mehr Leistung nur über die Vorderachse auf den Boden bringen, hat der Nismo gerade dabei seine Probleme. Im Trockenen zerrt der Antrieb an der Lenkung, ist es ein wenig feucht oder rutschig, drehen die Vorderräder durch.

Stimmigeres Auto

Das Unsportlichste am Allrad-Nismo ist das CVT-Getriebe, das, wenn man es manuell bedient, ein 7-Gang-Getriebe imitiert. Im Automatikmodus nervt beim Beschleunigen der permanent auf 6000 Umdrehungen raunende Motor. Die Version mit dem Vorderradantrieb hat eine 6-Gang-Schaltung, ist leichter, schneller auf 100 km/h und sparsamer. Der Fronttriebler ist so gesehen das stimmigere Auto, wären da nicht die Traktionsprobleme beim harten Beschleunigen und die Lenkeinflüsse. Beides kennt die Allradversion nicht, die dafür um 4100 Euro teurer ist.

Am Ende wird, wer den Allradantrieb nicht braucht, mit dem Vorderradler besser beraten sein. Er ist durch die Schaltung und das geringere Gewicht noch um einen Tick sportlicher. Der Allradler ist der Komfortablere der beiden. Den 4WD-Nismo als 2WD zu fahren kann man sich sparen - denn sparen kann man so nicht einmal Sprit. Selbst dann braucht er deutlich über acht Liter. Und in den Graben geworfen, ist es vollkommen wurscht, mit welchem Antrieb man dorthin gekommen ist. (Guido Gluschitsch, DER STANDARD, 5.5.2014)

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Nissan

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Da bläht einer die Backen: Nissan Juke Nismo.
    foto: der standard/stockinger

    Da bläht einer die Backen: Nissan Juke Nismo.

  • Auch von hinten ist der Nissan als böser Juke erkennbar.
    foto: der standard/stockinger

    Auch von hinten ist der Nissan als böser Juke erkennbar.

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