Neue Kombinationstherapie bei Hepatitis C erfolgreich getestet

5. Mai 2014, 11:53
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Eine neue Wirkstoffkombination bietet eine fast hundertprozentige Heilungsrate ohne relevante Nebenwirkungen

Mit einer neuen Kombinationstherapie kann die chronische Hepatitis C schonender und gleich effizient behandelt werden. Das ist das Ergebnis einer Studie der MedUni Wien, die im "New England Journal of Medicine" erschienen ist.

Neue Therapie

"Das ist ein revolutionärer Durchbruch bei der Behandlung dieser Erkrankung und bedeutet eine enorme Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen", so der Wiener Hepatologie-Doyen Peter Ferenci. Er und eine weltweite Wissenschafter-Gruppe konnten bei 419 Probanden mit chronischer Hepatitis C nachweisen, dass der kombinierte Einsatz eines Proteasehemmers (ABT-450r), des Ombitasvir (NS5A-Hemmstoff) und des Polymerasehemmers Dasabuvir (ebenfalls ein Hemmstoff für ein Virusenzym) wesentlich bessere Heilungserfolge bringt als die bisherige Therapie.

Bisher wurden die Wirkstoffe Ribavirin und Interferon Alpha eingesetzt - diese Therapien hatten erhebliche Nebenwirkungen. Die Probanen dieser aktuellen "PEARL"-Studien befanden sich alle noch in einem frühen Stadium der Erkrankung, also vor der Leberzirrhose.

"Bereits nach zwölf Wochen haben wir eine fast hundertprozentige Heilungsrate mit dieser neuen, nebenwirkungsfreien Therapie erzielt", so Ferenci. Die Indikation sieht drei Tabletten - zwei in der Früh, eine am Abend - vor. Bisher mussten sich Patienten mit chronischer Hepatitis C bis zu 18 Monate mit dem Wirkstoff Ribavirin und dem Interferon (Injektionen) behandeln lassen. Oft war und ist auch eine Zusatztherapie nötig. Das fällt bei der neuen Kombinationstherapie, die auch interferon-frei ist, weg.

Häufige Erkrankung

Etwa 170 Millionen Menschen leiden weltweit an einer chronischen Hepatitis-C-Erkrankung, in Österreich sind es 40.000 bis 80.000. Bei Neuinfektionen ist die rechtzeitige und zielgerichtete Therapie von großer Wichtigkeit, weil dadurch der Übergang in eine chronische Erkrankung, die bis zu inoperablem Leberkrebs führen kann, verhindert werden kann. An der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der Universitätsklinik für Innere Medizin III werden derzeit mehrere hundert Patienten mit chronischer Hepatitis C pro Jahr behandelt.

Hepatitis C ist eine Entzündung der Leber aufgrund einer Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über direkten Kontakt mit kontaminiertem Blut oder Blutprodukten. Risikogruppen sind vor allem Drogenabhängige, die Spritzen mit anderen teilen. Eine Übertragung im Alltag ist praktisch nicht möglich. (APA, derStandard.at, 5.5.2014)

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