Sieben meistgefährdete Kulturdenkmäler Europas aufgelistet

4. Mai 2014, 16:40
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"Europa Nostra" weist auf bedrohte Sehenswürdigkeiten hin: Von rumänischen Holzkirchen bis zur Zitadelle von Alessandria in Italien

Wien - Die Denkmalschutzorganisation Europa Nostra gab auf dem derzeit in Wien laufenden Kongress zum Europäischen Kulturerbe ihre aktuelle Liste der sieben meistgefährdeten Kulturdenkmäler Europas bekannt. Ausgewählt wurden diese von einem international besetzten Beirat aus Historikern, Archäologen, Architekten, Denkmalschützern und Finanzfachleuten.

Konkret handelt es sich um den historischen Bühnenmechanismus des Bourla-Theaters im belgischen Antwerpen, die Stadtteile Dolcho und Apozari von Kastoria in Griechenland, die Zitadelle von Alessandria in Italien, das Glockenspiel des Palastbaues im portugiesischen Mafra, die Holzkirchen im südlichen Transsilvanien und der Kleinen Walachei in Rumänien, die 1924 angelegte Siedlung Bunte Reihe in Insterburg/Chernyakhovsk in Russland sowie die Synagoge im serbischen Subotica.

Hintergrund

Europa Nostra ist ein europäischer Verbund nicht-staatlicher Denkmal- und Landschaftsschutzorganisationen, der 250 Verbände in über 50 Ländern Europas umfasst. Ein Fokus von Europa Nostra liegt darauf, Europas gefährdete Denkmäler, Landschaften und Kulturstätten zu erhalten. Seit dem Vorjahr nominiert man deshalb die sieben am meisten gefährdeten Sehenswürdigkeiten des Kontinents. "Diese Liste ist ein wichtiges Werkzeug, um Bewusstsein für das bedrohte kulturelle Erbe in Europa zu schaffen", erklärte Denis de Kergorlay, Exekutiv-Präsident von Europa Nostra, in Wien. Schließlich seien neben den nun herausgehobenen sieben Denkmälern und Kulturerbestätten zahllose weitere in Gefahr.

Die nun gelisteten Kulturjuwelen seien teils aus Mangel an Geld und Fachkenntnis, teils durch falsche Planung in ihrem Bestand bedroht. Deshalb werde man in Kooperation mit Finanzexperten des Instituts der Europäischen Investitionsbank (EIB-I) nun im Herbst die Objekte besuchen. Ziel sei, eine enge Kooperation zwischen nationalen und lokalen sowie öffentlichen und privaten Institutionen zu finden. "Unsere Ergebnisse werden Ende dieses Jahres vorgestellt," kündigte Guy Clausse, leitender Direktor des Instituts der Europäischen Investitionsbank, an.

Positive Gegenbeispiele

Allerdings kürt Europa Nostra nicht nur die Negativbeispiele, sondern auch herausragende Beispiele gelungener Denkmalschutzarbeit. So werden am Montag im Wiener Haus der Europäischen Union die 27 Gewinner des "Europa Nostra Awards" präsentiert. Darunter findet sich auch der Wiener Verein "Gedenkstätte Gustav Klimt", der sich für das einzige erhaltene Atelier des Künstlers in Wien-Hietzing einsetzte.

Vorgestellt werden die Preisträger von EU-Kulturkommissarin Androulla Vassiliou und Europa-Nostra-Präsident Placido Domingo. Dabei geben sie auch die sechs Gewinner des Großen Preises aus den bereits bekannten 27 Auserwählten bekannt, die je 10.000 Euro erhalten. Überdies wird der Publikumspreis 2014 enthüllt, der per Onlineumfrage aus allen Preisträgern ermittelt wurde. Die eigentliche Verleihung der Auszeichnung folgt dann am Montagabend im Rahmen eines Festakts im Burgtheater. (APA/red, derStandard.at, 4. 5. 2014)

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