Tausende fliehen nach Angriffen auf Muslime im Nordosten Indiens

4. Mai 2014, 13:08
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Bodo-Rebellen töteten 33 muslimische Migranten in Assam

Guwahati - Nach tödlichen Angriffen auf muslimische Migranten im nordindischen Bundesstaat Assam bleibt die Lage dort angespannt: Tausende Familien flohen aus ihren Häusern, nachdem Rebellen bei nächtlichen Angriffen auf Dörfer jüngsten Behördenangaben zufolge insgesamt 33 Muslime getötet hatten, darunter auch zahlreiche Frauen und Kinder. Assams Gouverneur kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Täter an.

Am Donnerstag- und Freitagabend hatten Bewaffnete mehrere Dörfer des Teeanbaugebietes überfallen, in denen aus Bangladesch zugewanderte Muslime leben. Frauen und Kinder wurden im Schlaf erschossen. Die Polizei machte die verbotene Rebellengruppe National Democratic Front of Bodoland (NDFB), die in der Region seit Jahrzehnten für einen getrennten Heimatstaat kämpft, für die Gewalt verantwortlich. Der Bodo-Stamm liegt im Streit mit den Muslimen um Landrechte.

Mehr als 30 Festnahmen

Wegen der Angriffe flohen rund 5.000 Menschen aus ihren Häusern, während die Armee eine großangelegte Suchaktion startete. Assams Ministerpräsident Tarun Gogoi versicherte, die Verantwortlichen für die Bluttaten würden bestraft. "Wir treffen strenge Maßnahmen und haben bisher mehr als 30 Personen festgenommen", sagte Gogoi. Die Polizei verhängte bis auf Weiteres eine Ausgangssperre in den betroffenen Gebieten.

Örtliche Medien berichteten, die Rebellen hätten die Muslime dafür bestrafen wollen, dass sie bei der derzeit laufenden Parlamentswahl nicht ihre Kandidaten unterstützten. Die indische Parlamentswahl findet wegen der Größe des Landes in mehreren Etappen statt. In Assam endete die Abstimmung am 24. April, in ganz Indien geht sie am 12. Mai zu Ende. Als Favorit gilt die hindunationalistische Oppositionspartei Bharatiya Janata Party (BJP).

Der BJP-Spitzenkandidat Narendra Modi, der wegen seiner verbalen Angriffe auf die muslimische Minderheit seit langem umstritten ist, sagte vergangene Woche, sollte er an die Macht gelangen, müssten illegale Arbeitsmigranten aus Bangladesch ihre Taschen packen. Bereits im Jänner hatte es in der Gegend bei Angriffen 17 Tote gegeben. Vor zwei Jahren waren bei Zusammenstößen zwischen ethnischen Gruppen sogar hundert Menschen getötet worden, 400.000 Menschen flohen damals aus ihren Häusern. (APA, 4.5.2014)

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