Mehr als 100 Morsi-Anhänger zu zehn Jahren Haft verurteilt

3. Mai 2014, 11:53
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Erneuter Massenprozess gegen Islamisten

Kairo - In einem erneuten Massenprozess gegen Anhänger des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Morsi hat die ägyptische Justiz am Samstag 102 Angeklagte zu zehn Jahren Haft verurteilt. Ihnen seien Gewalttaten bei Protesten vorgeworfen worden, berichtete das Staatsfernsehen. Zwei weitere Angeklagte wurden demnach zu sieben Jahre Gefängnis verurteilt.

Seit dem Sturz Morsis durch das Militär im vergangenen Juli geht die Regierung mit aller Härte gegen seine Anhänger vor. Hunderte von ihnen wurden in Schnellverfahren verurteilt.

Erst am Montag wurden bei einem Massenprozess 638 Angeklagten, unter ihnen der geistige Führer der Muslimbruderschaft, Mohammed Badie, in einem Schnellverfahren zum Tode verurteilt. Ihnen war vorgeworfen worden, am 14. August 2013 an gewalttätigen Demonstrationen im zentralägyptischen Minja teilgenommen zu haben. Bereits im März waren 529 Islamisten zum Tode verurteilt worden. Diese Urteile wurden am Montag zum Großteil in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.

Die Prozesse wurden international als Verstoß gegen die Grundsätze fairer Verfahren kritisiert. Die vom Militär eingesetzte Militärregierung weist die Kritik aber zurück und betont, alle Urteile würden nach genauer Prüfung ergehen. Die meisten Verfahren beziehen sich auf Proteste der Islamisten im vergangenen Sommer, bei denen es bei Straßenschlachten hunderte Tote gegeben hatte. Tausende Morsi-Anhänger wurden in der Folge inhaftiert, darunter die gesamte Führung der Muslimbruderschaft. (APA, 3.5.2014)

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