Grüne und ÖVP grenzen sich von Neos ab

3. Mai 2014, 08:41
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Grüner Folder mit zehn Unterschieden zu Neos - ÖVP mit pinken "Nur heiße Luft"-Ballons

Wien - Der EU-Wahlkampf wird rauer: Die Grünen gehen jetzt offensiv gegen die Neos vor, ab sofort soll österreichweit als "Entscheidungshilfe" der Folder "NEOS oder Grün? 10 Unterschiede" verteilt werden, kündigte die Partei gegenüber der APA an. Auch die ÖVP schießt sich auf die pinke Konkurrenz ein.

"ÖVP in neuen Kleidern"

"Die Neos sind die junge ÖVP, in neuen Kleidern und auch sympathischer. Die Frage ist nur, welches Produkt steckt hinter ihrem geschickten Marketing? Im Weltbild und im Menschenbild bestehen jedenfalls klare Unterschiede zu den Grünen", erklärte Parteichefin Eva Glawischnig in einer Stellungnahme.

Vorgeschickt wird im Kampf um die Wähler gegen die junge Partei Neos der 25-jährige Grüne Abgeordnete Julian Schmid - er ist am Folder abgebildet. Die unterschiedlichen Standpunkte werden anhand von zehn Themen dargestellt: So seien die Neos für Studiengebühren, gegen Mindestlöhne, für den Verkauf von Gemeindewohnungen oder für eine teilweise Privatisierung der Gesundheitsversorgung. Auch ein entsprechendes Video soll am Wochenende online gehen.

"Nur heiße Luft"

Die ÖVP setzt sich ebenfalls gegen die pinke Konkurrenz zur Wehr: Zum NEOS-Wahlkampfauftakt am Freitagabend waren in Wien pinke Luftballons mit der Aufschrift "Das Programm der Neos zur Europawahl: Nur heiße Luft!" zu sehen. Auf den angehängten Karten war demnach laut "Kurier" zu lesen, die Partei wolle "Doping legalisieren", "Abtreibungen bis zur Geburt erlauben" und "Putin in die EU holen". "Es gehört zu einem Wahlkampf, sich mit einem Augenzwinkern mit der Inhaltsleere und den absurden Aussagen eines politischen Mitbewerbers auseinanderzusetzen", meinte ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel dazu gegenüber der "Presse". 

"Das ist nicht unser Stil"

Die NEOS zeigen sich jedoch betont unbeeindruckt davon, dass Grüne und ÖVP nun gegen sie in die Offensive gegangen sind. "Wir lassen uns darauf nicht ein, das ist nicht unser Stil", sagte Bundesgeschäftsführer Feri Thierry am Samstag zur APA.

Man wolle auch einen neuen Stil in der Politik, jener von ÖVP und Grünen sei "alter Stil". Jeder Bürger mache sich selbst ein Bild, wie die Parteien agieren, glaubt Thierry. Die NEOS seien angetreten, um die Zukunft Europas mitzugestalten - er würde sich wünschen, dass die ÖVP "die gleiche Energie wie beim dirty campaigning" auch dabei aufbringe, wie es mit Österreich in Europa weitergehe. (APA, 3.5.2014)

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