Wiener Videothek "Oz Cinethek" schließt

2. Mai 2014, 20:07
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Aus nach sechs Jahren - Kritik an Vergnügungssteuer

Wien - Die Wiener Alternativ-Videothek "Oz Cinethek" in Wien-Neubau schließt nach sechs Jahren ihre Pforten. Der Abverkauf der DVDs startet ab sofort, teilten die Betreiber in einem "Abschiedsbrief" mit. Hauptgrund ist die Konkurrenz durch das Internet - aber auch die städtische Vergnügungssteuer wird kritisiert.

Das Geschäft in der Lindengasse - an der Ecke zur Andreasgasse - diente als Anlaufstelle für all jene, die nicht nur an Blockbustern interessiert waren. Auch Autorenfilme, Klassiker und TV-Serien gehörten zum Sortiment.

Der zunehmende Online-Download von Filmen ist laut den Betreibern inzwischen eine zu große Konkurrenz. Ein "Missstand" sei aber auch die Vergnügungssteuer, die beim Videoverleih anfalle. "Programmkinos werden heute für ihre Bereitstellung eines hochwertigen Filmangebots zu Recht gefördert, während wir für dieselbe Leistung zusätzliche Steuern zahlen", wird beklagt.

Zehn Prozent des Umsatzes für Steuer

Dabei handle es sich um keine "Lappalie", sondern um rund zehn Prozent des Umsatzes: "Das ist ein Betrag, der das Budget eines Kleinstunternehmens empfindlich belastet."

Laut Stadt Wien wird die Abgabe generell beim Vermieten von Programmträgern wie Kassetten oder Filmen eingehoben. Auch für das Aufstellen von Spielautomaten, Tanzveranstaltungen oder Peepshows wird Vergnügungssteuer fällig.

Dies übrigens unabhängig davon, wie groß das Vergnügen tatsächlich ist: "Die Steuerpflicht wird nicht dadurch ausgeschlossen, dass gleichzeitig erbauende, belehrende oder andere nicht als Vergnügungen anzusehende Zwecke verfolgt werden oder dass nicht die Absicht besteht, eine Vergnügung zu veranstalten", heißt es dazu auf der Homepage der Stadt. (APA, 2.5.2014)

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