Hypo: 28 Millionen für Beratung

2. Mai 2014, 17:48
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Die Vergangenheitsaufarbeitung hat 23,6 Millionen gekostet, Rechts- und Beratungskosten machten 28 Millionen aus

Wien - Die Hypo Alpe Adria wird auch 2014 wieder einen Verlust schreiben - auch wenn sie sich auf Abbau- und Schrumpfkurs begeben hat. Diese Prognose ist im Geschäftsbericht 2013 festgehalten, wobei sich "die schlussendliche Höhe" des "negativen Gesamtergebnisses" noch nicht voraussagen lasse. Viel hängt vom Verkauf des Südosteuropa-Netzwerks ab - auch der wird wohl Verluste bringen. Sollte die Veräußerung heuer stattfinden, sei davon auszugehen, dass "der Wert des buchmäßigen Eigenkapitals dieser Banken von 1,3 Mrd. Euro (...) nicht erzielt werden kann", schreibt der Vorstand. Auch Italien bleibt demnach im roten Bereich, heuer und auch noch 2015. Wobei die Bank in Udine nun einen neuen Verwaltungsrat hat; an seiner Spitze steht seit Mittwoch Hypo-Vorstandschef Alexander Picker.

Viel Geld kostet wie gewohnt auch die Vergangenheitsbewältigung der Bank. 2013 wurde deren Fokus auf die Themenkomplexe BayernLB, Hypo-Consultants (eine Beteiligungsgesellschaft) und Liechtenstein gelegt. Kostenpunkt der "Aufarbeitung der Vergangenheit": 23,6 Mio. Euro nach sechs Millionen im Jahr davor.

Die Rechts- und Beratungskosten sind vergleichsweise gering gestiegen (um 2,6 Mio.), auf 28 Mio. Euro.

Stichwort Juristen: Der Vertrag von Hypo-Sonderkoordinator Georg Krakow endet mit der Hauptversammlung (HV) am 23. Mai. Er soll der Hypo aber als Berater beruflich verbunden bleiben. Die Vergleichsgespräche mit der BayernLB (die Exaktionärin darf Verkäufen und Abbaugesellschaft zustimmen) wird Krakow entgegen ersten Plänen aber nicht führen. Das sollen Harald Waiglein (Sektionschef im Finanzministerium) und Bernhard Perner (im Kabinett für Finanz- und Kapitalmarkt zuständig) tun. Jedenfalls laut neuester Gerüchtelage.

Fragile Beziehungen

Diese ist allerdings so labil, wie die Beziehung zwischen Bankern und Ministerium fragil ist. Höchst zerbrechlich ist freilich auch das Verhältnis der drei Hypo-Vorstandsmitglieder zueinander, wie in der Bank erzählt wird, es werde ziemlich gestritten. Der Sessel des Risikochefs ist übrigens noch immer vakant.

Selbiges gilt für den Vorsitz im Aufsichtsrat, der interimistisch von Rudolf Scholten geführt wird. Designiert für den Präsidentenjob ist der deutsche Exspitzenbanker Herbert Walter. Er wird nun aber nicht wie geplant in der HV am 23. Mai ins Kontrollgremium gewählt, sondern erst in einer außerordentlichen HV, die rund einen Monat später stattfinden soll. (Renate Graber, DER STANDARD, 3.5.2014)

  • Über der staatlichen Hypo Alpe Adria wird es noch länger Nacht bleiben.
    foto: reuters/bader

    Über der staatlichen Hypo Alpe Adria wird es noch länger Nacht bleiben.

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