Oettinger für Einheitspreis bei Russland-Gas

2. Mai 2014, 13:54
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EU sucht Ausweg aus Energieabhängigkeit

Berlin/Kiew - Gut ein Drittel des Gas- und Ölverbrauchs der EU wird aus Russland gedeckt. Diese Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen wird in Europa schon länger diskutiert. Zuletzt hatte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel erklärt, man werde mit Polen über den Vorschlag zum Aufbau einer europäischen Energieunion sprechen. Polens Ministerpräsident Donald Tusk hatte jüngst in einem Beitrag für die "Financial Times" geschrieben, die Europäische Union müsse sich unabhängiger von Moskau machen.

Die Idee: In einer EU-Zentrale solle Gas für alle 28 EU-Mitgliedstaaten eingekauft und ein Solidaritätsmechanismus installiert werden, über den die Staaten bei Gasengpässen unterstützt werden, schlug Tusk damals vor. Hintergrund ist, dass der staatlich kontrollierte russische Anbieter Gazprom unterschiedliche Preise von seinen westlichen Nachbarn verlangt. Stark veränderte Tarife gab es in vergangenen Jahren auch für die Ukraine, was mit den Beziehungen der jeweiligen Regierung zu Russland in Verbindung gebracht wird.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger sprach sich nun für einen einheitlichen Preis in Europa für russisches Erdgas aus. "Wir wollen einen einheitlichen Gaspreis im gemeinsamen europäischen Markt", sagte Oettinger nach einem Treffen mit Tusk am Freitag in Warschau. Oettinger sprach sich weiter dafür aus, die europäischen Gasnetze auszubauen und sich über Flüssiggas-Importe oder engere Kooperation mit Lieferanten wie Norwegen unabhängiger von Russland zu machen. (Reuters/red, derStandard.at, 2.5.2014)

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