Toast bügeln und Palatschinken schleudern am Vorgartenmarkt

2. Mai 2014, 15:57
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Im Stuwerviertel im zweiten Wiener Bezirk betreuen Studierende der Angewandten im Mai einen Marktstand

"Der braucht noch ein bisschen", sagt eine Besucherin des Vorgartenmarkts, klappt das Backpapier wieder auf den bleichen Tomaten-Käse-Toast vor ihr und bügelt ihn mit einem heißen Bügeleisen weiter. Nur wenige Meter von ihr entfernt herrscht reger Andrang an der Palatschinken-Schleuder. Auf dieser werden sich drehende Palatschinken mit Marmelade aus Spritzen verziert.

So funktioniert die Palatschinken-Schleuder.

Die speziellen Zubereitungsmethoden hat eine Gruppe Studierender der Universität für angewandte Kunst in Wien für das Projekt "Forgartenmarkt" entwickelt. Dabei bespielen rund 15 Kunstpädagogik-Studierende den gesamten Mai lang einen Marktstand am Vorgartenmarkt im Stuwerviertel. Dieser wird ihnen von der Gebietsbetreuung zur Verfügung gestellt.

Bei der Auftaktveranstaltung "Kaiserfrühstück & Schmarrn" am Freitag waren alle Marktbesucher dazu eingeladen, an einem verrückten Frühstück mit gebügeltem Toast und geschleuderten Palatschinken teilzunehmen. Die Grundzutaten dafür waren kostenlos, alle anderen Lebensmittel konnten sich die Besucher direkt am Markt dazukaufen.


Wer braucht schon einen Toaster?

Im Laufe des Monats werden die Studierenden nun weitere Aktionen am Vorgartenmarkt durchführen. Zum Beispiel wird es eine Druckwerkstatt geben. Gegen einen kleinen Materialkostenbeitrag können Stofftaschen mit Marktmotiven bedruckt werden. Diese sind dann zugleich auch Werbung für den Markt.

Die Studentin Pia Preisel sammelt für das Projekt "Über den Tellerrand gekocht" die Lieblingsrezepte der Standler und Besucher und will diese dann in einem Kochbuch in verschiedenen Sprachen veröffentlichen. "Um den Markt wohnen viele Menschen verschiedener Nationen, da war die Idee naheliegend", sagt Preisel. Die Gruppe "Sketching Forgartenmarkt" wird Marktgeschichten zeichnen und diese dann mit einer Druckmaschine vervielfältigen.


Ein Teil der Studierenden, die das Projekt "Forgartenmarkt" entwickelt haben.

An dem Konzept für den "Forgartenmarkt" haben die Studierenden seit Oktober 2013 gearbeitet, erklärt Katrin Nora Kober, Leiterin der Lehrveranstaltung. Den Namen habe man einerseits gewählt, um zu irritieren, aber auch um zu zeigen, dass man etwas für den Vorgartenmarkt bewegen möchte.

"Die Idee dahinter ist, einen kleinen Stadtteil umzugestalten und kulturelle Impulse zu setzen", sagt Kober. Diese Impulse sollen in erster Linie nicht kommerziell ausgerichtet sein, sondern die Menschen dazu bewegen, selbst aktiv zu werden und ihr Lebensumfeld zu gestalten.


Gemütliches Frühstücken bei der Auftaktveranstaltung.

Die Idee, für das eigene Frühstück auch selbst etwas tun zu müssen, kam bei den Besuchern am Freitag gut an. "Mir gefällt, dass man selbst etwas gestalten kann. Sonst kauft man halt einfach etwas Fertiges", sagt Christoph Milleschitz, der genüsslich in seine geschleuderte Palatschinke beißt. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung am 24. Mai findet "Kaiserfrühstück & Schmarrn" ein zweites Mal statt. (Elisabeth Mittendorfer, derStandard.at, 2.5.2014)

Der Stand Nr. 37 wird im Mai von Donnerstag bis Samstag von 9 bis 12 Uhr von den Studierenden betreut.

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